Museum

Mit Mehrheit

Nun kann es also doch gebaut werden, das Jüdische Museum in Köln. Am Donnerstagabend vergangener Woche stimmte der Rat der Stadt Köln für den Bau eines Jüdischen Museums auf dem Rathausplatz. Eine große Mehrheit von SPD, FDP, Grünen und Linken votierte für den Entwurf des Architekturbüros Wandel, Hoefer, Loch + Hirsch, das im Juni die Ausschreibung für den Bau des Jüdischen Museums gewonnen hatte. Die Kölner CDU war gegen die Errichtung des Museums auf dem Rathausplatz.
Benedikt Graf Hoensbroech, Vorsitzender der privaten »Gesellschaft zur Förderung eines Hauses und Museums der jüdischen Kultur«, nahm das Ratsvotum »mit großer Zufriedenheit« zur Kenntnis. Damit gebe es endlich Planungssicherheit, die Stadt könne künftig mit einem »einzigartigen Pfund wuchern«, sagte Hoensbroech am Freitag der dpa.
Der Förderverein setzt sich bereits seit Mitte der 90er-Jahre für ein Jüdisches Museum in der Domstadt ein. Bereits damals war der Rathausplatz als Standort im Gespräch. Denn dort befinden sich die Überreste des mittelalterlichen jüdischen Viertels, darunter eine restaurierte Mikwe. 2006 beschloss der Rat der Stadt, dem Förderverein den Rathausplatz zur Bebauung zu überlassen, unter der Bedingung, die Kosten für das Projekt selbst aufzubringen. Die Stadt Köln schrieb einen Architekturwettbewerb aus, der im Juni dieses Jahres mit der Kür des besagten Entwurfs endete. Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU), der auch in der Jury saß, lobte diesen Entwurf ausdrücklich. Kurze Zeit später schwenkte Schramma um und sprach sich nun gegen den Bau des Jüdischen Museums in dem geplanten Ausmaß auf dem Rathausplatz aus. Bestätigt sahen sich Schramma und die CDU-Fraktion durch das Ergebnis einer Bürgerbefragung, bei der sich 883 von 1.749 Kölnern, die sich schriftlich geäußert hatten, gegen eine Bebauung des Platzes ausgesprochen hatten.
Doch mit dem jüngsten Ratsvotum kann das Museum nun am lange zugesagten Ort gebaut werden. Baubeginn ist nach Angaben von Graf Hoensbroech frühestens in anderthalb Jahren. Die Kosten würden durch Spender und Sponsoren aufgebracht und würden wohl weniger hoch ausfallen als die ursprünglich geschätzten 15 Millionen Euro, so Hoensbroech.
In derselben Sitzung genehmigte der Stadtrat den Bau der umstrittenen Großmoschee im Stadtteil Ehrenfeld. Bürgermeister Schramma stimmte, anders als die übrige CDU-Fraktion, für die Moschee. iw/dpa

UNESCO-Welterbe

Bundespräsident besucht jüdische SchUM-Stätten am Rhein

Frank-Walter Steinmeier wird in Speyer, Worms und Mainz erwartet

 01.02.2023

Musik

Wird Lahav Shani neuer Chefdirigent der Münchner Philharmoniker?

Am Mittwoch informiert Oberbürgermeister Reiter über die Leitung

 31.01.2023

Berlin

Interreligiöses Gespräch

Douglas Emhoff und Deborah Lipstadt haben sich im Leo-Baeck-Haus mit Vertretern von Judentum, Christentum und Islam getroffen

von Katrin Richter  02.02.2023 Aktualisiert

Rock

50 Jahre Kiss

Das Make-up war noch spärlich. Feuerwerk gab es nicht. Und vor der Bühne standen nur wenige Leute. Den ersten Auftritt der US-Rockband Kiss hat kaum jemand mitbekommen. Doch es war der Startschuss für eine Weltkarriere. Im Sommer sind Kiss wieder in Deutschland

von Philip Dethlefs  30.01.2023

Interview

Ron Prosor: Linker Antisemitismus wird »salonfähig«

Der neue israelische Botschafter warnt vor Judenhass aus dem linken Spektrum

 27.01.2023

Einspruch

Ein würdeloser Fonds

Igor Matviyets ärgert sich über den beschämenden Umgang von Bund und Ländern mit jüdischen Zuwanderern

von Igor Matviyets  26.01.2023

Nahost

Israels Präsident zu Holocaust-Gedenktag im EU-Parlament

Isaac Herzog will die Herausforderungen ansprechen, mit denen Israel konfrontiert ist

 25.01.2023

Debatte

CDU prüft Parteiausschluss von Hans-Georg Maaßen

Seit Jahren eckt Hans-Georg Maaßen immer wieder mit umstrittenen Äußerungen vom rechten Rand an - auch innerhalb seiner Partei. Nun fordern mehrere CDU-Politiker seinen Austritt. Eine erzkonservative Gruppierung verteidigt ihn. Auch Maaßen nimmt Stellung

 24.01.2023

Margot Friedländer

»Authentische und entschlossene Stimme«

Die Schoa-Überlebende wurde mit einer Skulptur und dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt

 23.01.2023