Ehrendoktorwürde

Mit akademischem Grad

von Miryam Gümbel

Charlotte Knobloch, die als Kind die Schoa überlebt hat, ist eine der prominentesten und herausragendsten jüdischen Führungskräfte in Deutschland. Dazu gehört ihr enormer Beitrag in verschiedenen Schlüsselfunktionen wie als Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland und Vizepräsidentin sowohl des European wie des World Jewish Congress. So wurde die Präsidentin auch der Münchner Kultusgemeinde den Gästen im riesigen und bis auf den letzten Platz gefüllten Miriam and Adolfo Smolarz-Auditorium der Universität Tel Aviv vorgestellt.
Dort erhielt sie am 18. Mai den Titel »Doctor Philosophiae honoris causa«. Die Urkunde überreichten ihr der Präsident der Universität, Zvi Galil, und deren Rektor Dany Levitan. Als Begründung für diese Ehrung wurden unter anderem ihr herausragendes Engagement als treue Freundin Israels sowie ihr unermüdliches Eintreten für den wissenschaftlichen und kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Israel genannt. Bei der Vorstellung von Charlotte Knobloch war auch nicht verschwiegen worden, dass sie in München das größte jüdische Gemeindezentrum in Deutschland realisiert hat. Die feierliche Promotion zum Ehrendoktor fand im Rahmen eines Treffens der Freunde der Universität Tel Aviv statt. Gemeinsam mit Charlotte Knobloch dürfen sich neun weitere in- ternationale Persönlichkeiten über den Titel Dr. h.c. freuen, darunter Lord David Alliance aus Großbritanien, Miriam Ben-Porat, die erste Frau als Richterin am Obersten Gerichtshof in Israel, und Ron Huldai, langjähriger Bürgermeister von Tel Aviv. Letzterer bedankte sich im Namen aller Ausgezeichneten für die hohe Ehre. Als Repräsentant der Stadt Tel Aviv beleuchtete er zunächst kurz die Rolle der gerade hundert Jahre alt gewordenen Stadt. Sie sei ein gelungenes Experiment für jüdisches Self-Management. Hier wurde das Hebräische zu einer vitalen Sprache »revitalisiert«. Und in Tel Aviv hat Ben Gurion auch den Staat Israel ausgerufen. Die Ehrendoktorwürde sei, so Ron Huldai, Ansporn und Verpflichtung zugleich, sich auch weiterhin zu engagieren. Dem schloss sich auch Dr. h.c. Charlotte Knobloch voll an. Und sie fügte hinzu: »Es ist eine Ehre und Freude für mich, die ich mit allen meinen Gemeindemitgliedern von Herzen teile.« Zu den Gratulanten zählten neben ihrer Familie aus München auch Jaqueline und Joseph H. Domberger von B‘nai B‘rith und David Leschem von Keren Hayesod. Leschem sah in der Ehrung Knoblochs auch eine Auszeichnung für deren Lebenswerk, das mit dem Münchner Gemeindezentrum eine weithin leuchtende Manifestation gefunden habe. Dieses fokussiere, was sie für die jüdische Gemeinschaft in Deutschland geleistet habe. Und noch ein weiterer Gast des Abends gratulierte persönlich: Die in Essen geborene Dvora Scheinowitz, die dank eines Kindertransportes nach England die Schoa überlebt hat und seit 1947 in Israel lebt. Sie freute sich, dass mit Charlotte Knobloch die Zentralratsprädidentin ihres ursprünglichen Heimatlandes ausgezeichnet worden ist.

Die Universität Pennsylvania will nicht auf die Forderung eingehen, Daten jüdischer Mitarbeitenden zu veröffentlichen.

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