jüdisches Leben

Mehr als nur Namen

von Marina maisel

»Ins Licht gerückt. Jüdische Lebenswege im Münchner Westen« heißt die Ausstellung, die in der Pasinger Fabrik noch bis zum 25. Mai zu sehen ist. Der Münchner Kulturreferent Hans-Georg Küppers und Ellen Presser, Leiterin der Kulturabteilung der IKG München, begrüßten bei der Eröffnung durch Frank Przybilla, den Geschäftsführer des Hauses, ganz besonders die Ausstellungsmacher, die »Geschichtswerkstatt jüdisches Leben in Pasing«.Dahinter stehen 13 ehrenamtliche Forscher, die aus einem Kurs der Münchner Volkshochschule zur 100-jährigen Stadterhebung Pasings hervorgegangen sind und die sich zwei Jahre lang unter Leitung von Bernhard Schloßig mit der Suche nach jüdischen Spuren in Pasing, Obermenzig und Aubing zwischen 1880 und 1970 befasst haben. Die Ausstellung und ein Begleitbuch sind das Ergebnis dieser Arbeit. Im Zentrum des Interesses steht die Familie des Opernsängers Berthold Sterneck. Die Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland und Schirmherrin der Ausstellung, Charlotte Knobloch, ist selbst ein Beispiel für deren Engagement: Als kleines Mädchen wurde sie von ihrem Vater vorübergehend im Haus dieses Opernsängers vor den Nazis versteckt. Als Peter Sanders, der Enkel Sternecks, auf dem restaurierten Flügel seines Großvaters spielt, wird mit einem Mal für alle Anwesenden deutlich, wie lebendig die Spuren von damals in unserer Gegenwart sind. Davon zeugen auch die anderen wertvollen Leihgaben aus dem Privatbesitz Angehöriger, die Ausstellungsgestalter Florian Raff sehr ansprechend und anrührend zu präsentieren versteht.

Meinung

Erfolgreich ausgesessen

documenta: Der Vorwurf des Antisemitismus wiegt schwerer, als der Antisemitismus selbst

von Anna Staroselski  22.09.2022

Zahl der Woche

9.593.000 Menschen

Fun Facts und Wissenswertes

 22.09.2022

Standpunkt

Einfach besser machen

Die »Zehn Tage der Umkehr« dienen im Judentum der Reflexion und Reue. Unser Autor überlegt, ob nicht auch die documenta-Verantwortlichen jetzt Besserung geloben könnten

von Maram Stern  22.09.2022

Haus der Wannsee-Konferenz

Emotionaler Termin

Bundeskanzler Scholz und Israels Regierungschef Lapid treffen Schoa-Überlebende

von Lilly Wolter  12.09.2022

Diplomatie

Steinmeier begrüßt Herzog zu Staatsbesuch in Berlin

Israel Staatspräsident: »Jeder Besuch in Deutschland hat ein enormes persönliches Gewicht«

 04.09.2022

Berlin

Bundespräsident Steinmeier begrüßt Israels Präsidenten Herzog zu Staatsbesuch

Am Montag empfängt Bundeskanzler Olaf Scholz den Staatsgast

von Jörg Blank  04.09.2022

Meinung

Weltkirchenrat: Im Gespräch bleiben

Die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen wird von Antisemitismusvorwürfen überschattet. Der Dialog zwischen Juden und Christen darf aber nicht abreißen, findet unser Autor

von Rabbiner Andreas Nachama  31.08.2022

Meinung

Bosnien: Juden als Premierminister unerwünscht

Alexander Rhotert wünscht sich ein Ende der verfassungsmäßigen Ungleichstellung der nationalen Minderheiten von Bosnien und Herzegowina

von Alexander Rhotert  31.08.2022

Olympia-Attentat 1972

Olaf Scholz: »Eine gute Lösung finden«

Das bisherige Entschädigungsangebot der Bundesregierung lehnten die Hinterbliebenen der Opfer als zu gering ab. Nun scheint eine Einigung in greifbarer Nähe zu sein

 31.08.2022