Wuppertal

Jüdischer Alltag

Jüdischer Alltag

Wuppertal: Gedenkstätte lädt zur Tagung für jedermann

von Annette Lübbers

»Auch wenn eigentliche Lokalgrößen fehlen, haben Juden im Bergischen Land trotzdem enorm viel geleistet. Wir wollen die jüdische Präsenz in dieser Region in Erinnerung rufen«, erklärt Ulrike Schrader. In Zusammenarbeit mit dem Schulreferat des Evangelischen Kirchenkreises Wuppertal bereitet die Leiterin der Begegnungsstätte Alte Synagoge in Wuppertal derzeit eine Tagung vor. Sie wird sich vom 26. bis zum 28. Oktober mit »Jüdischer Alltagsgeschichte und Kultur in Wuppertal und im Bergischen Land« beschäftigen. Die Tagung steht unter der Schirmherrschaft von Paul Spiegel sel.A. und wird gefördert von der Johannes‐Rau‐Stiftung.
Unterstützt wird Ulrike Schrader von Historiker und Kulturwissenschaftler Bastian Fleermann. »Im Bergischen Land hatte die jüdische Präsenz einen Streusiedlungscharakter. Maximal fünf jüdische Fa‐ milien gab es an einem Ort. Bei diesen Menschen handelte es sich um das klassische Landjudentum ohne große finanzielle Kraft. Dennoch hat die Alltagskultur der Juden im Bergischen Land eine größere Dimension als die reine Erinnerungskultur, in der die Juden in der Regel nur als Opfer des Holocausts dargestellt werden«, erklärt Bastian Fleermann.
Als Referenten werden zu der Tagung neben renommierten auch junge Nachwuchswissenschaftler erwartet. Es sprechen unter anderen Professor Joseph Kruse vom Heinrich‐Heine‐Institut Düsseldorf zum Thema »Der Bergische Heine und seine jüdische Leserschaft« sowie der Historiker Stephan Laux über »Judenschutz und Judengesetzgebung in den Herzogtümern Jülich und Berg in der frühen Neuzeit«. Beleuchtet werden zudem die jüdischen Gemeinden in der Rheinprovinz im 19. Jahrhundert, die Existenzbedingungen der Lehrer und Kantoren in Solingen, die Geschichte der Familie Appel aus Elberfeld sowie die aktuelle Situation der jüdischen Migranten aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion.
Die Veranstalter betonen, daß die Tagung nicht nur ein Fachpublikum ansprechen möchte, sondern auch interessierte Laien. »Uns ist es wichtig, daß die Tagung Raum und Zeit bietet für Begegnungen, für Flurgespräche zwischen Fachleuten und Laien«, sagt Ulrike Schrader.

Anmeldung und Information: Begegnungsstätte Alte Synagoge, Ulrike Schrader, Genügsamkeitstraße, 42105 Wuppertal, Telefon und Fax: 0202/ 563 28 43, E‐Mail: gedenkstaettewuppertal@gmx.de
www.ns-gedenkstaetten.de/nrw/wuppertal

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