Warendorfer Synagoge

Infotafel und Stadtrundgang

Es war eine offene und konstruktive Gesprächsrunde, zu der Warendorfs Bürgermeister Jochen Walter die verschiedenen Interessengruppen in sein Dienstzimmer eingeladen hatte. Die unterschiedlichen Meinungen im Fall der ehemaligen Warendorfer Synagoge (vgl. JA vom 6. Mai) blieben zwar bestehen, doch ist das Ergebnis des Gesprächs positiv: Die Interessenverbände konnten sich darauf verständigen, wie in Zukunft die Erinnerungskultur in Warendorf gepflegt werden kann.
Wochenlang herrschte heftiger Streit um die künftige Nutzung der ehemaligen Synagoge in Warendorf bei Münster. Der Umbau des unauffälligen Hinterhof-Giebelhauses und damit auch des Gebetsraums zu Wohnzwecken war heftig umstritten. Kritiker des Umbaus befürchteten, dass jüdische Kultur ein zweites Mal vernichtet werde.
Gleich zu Beginn des Gesprächs schlug Walter vor, Partnerschaften und Konzepte zu entwickeln, um die gescheiterte museale Nutzung des Betraums zu kompensieren. Die Forschungen von Laurenz Sandmann (Altstadtfreunde) und Matthias M. Ester (Arbeitskreis jüdisches Leben in Warendorf) sollen genutzt werden, um die Bedeutung der früheren Synagoge zu dokumentieren. »Die Botschaft des Gebäudes darf im Gedächtnis der Bevölkerung nicht verloren gehen, sie muss mit neuen Anstrengungen vermittelt werden«, fasste Ester zusammen. Eine Infotafel soll angebracht werden, die über die Bedeutung des Hauses aufklärt. Ferner soll die ehemalige Synagoge in den geplanten historischen Stadtrundgang einbezogen und in Stadtführungen erwähnt werden. Pfarrer Jürgen Hülsmann, Vorsitzender der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) in Münster, schlug vor, Veranstaltungen der GCJZ künftig auch in Warendorf anzubieten.
Walter versprach, dass auch die Verwaltung ihren Beitrag leisten werde: »Wir wollen uns künftig mit Veranstaltungen und Initiativen vor allem an die jüngere Generation wenden, um an das Leben der Juden in Warendorf zu erinnern. Die Stadt Warendorf, die Paul Spiegel die Ehrenbürgerwürde verliehen hat, fühlt sich diesem Ziel verpflichtet.« Joachim Edler

Anna Staroselski

Erfolgreich ausgesessen

Die documenta 15 hat gezeigt, was Juden in Deutschland tagtäglich erleben: Der Vorwurf des Antisemitismus wiegt schwerer, als der Antisemitismus selbst

von Anna Staroselski  22.09.2022

Zahl der Woche

9.593.000 Menschen

Fun Facts und Wissenswertes

 22.09.2022

Standpunkt

Einfach besser machen

Die »Zehn Tage der Umkehr« dienen im Judentum der Reflexion und Reue. Unser Autor überlegt, ob nicht auch die documenta-Verantwortlichen jetzt Besserung geloben könnten

von Maram Stern  22.09.2022

Haus der Wannsee-Konferenz

Emotionaler Termin

Bundeskanzler Scholz und Israels Regierungschef Lapid treffen Schoa-Überlebende

von Lilly Wolter  12.09.2022

Diplomatie

Steinmeier begrüßt Herzog zu Staatsbesuch in Berlin

Israel Staatspräsident: »Jeder Besuch in Deutschland hat ein enormes persönliches Gewicht«

 04.09.2022

Berlin

Bundespräsident Steinmeier begrüßt Israels Präsidenten Herzog zu Staatsbesuch

Am Montag empfängt Bundeskanzler Olaf Scholz den Staatsgast

von Jörg Blank  04.09.2022

Meinung

Weltkirchenrat: Im Gespräch bleiben

Die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen wird von Antisemitismusvorwürfen überschattet. Der Dialog zwischen Juden und Christen darf aber nicht abreißen, findet unser Autor

von Rabbiner Andreas Nachama  31.08.2022

Meinung

Bosnien: Juden als Premierminister unerwünscht

Alexander Rhotert wünscht sich ein Ende der verfassungsmäßigen Ungleichstellung der nationalen Minderheiten von Bosnien und Herzegowina

von Alexander Rhotert  31.08.2022

Olympia-Attentat 1972

Olaf Scholz: »Eine gute Lösung finden«

Das bisherige Entschädigungsangebot der Bundesregierung lehnten die Hinterbliebenen der Opfer als zu gering ab. Nun scheint eine Einigung in greifbarer Nähe zu sein

 31.08.2022