Arnost Lustig

Heimkehrer

Der tschechische Schriftsteller und Schoa‐Überlebende Arnost Lustig erhält den diesjährigen Prager Franz‐Kafka‐Preis. Unter den früheren Trägern der Auszeichnung sind Elfriede Jelinek, Harold Pinter, Philip Roth und Haruki Murakami.
Arnost Lustig wurde 1926 in Prag geboren. Er überlebte die Lager Theresienstadt, Auschwitz und Buchenwald, entkam 1945 aus einem Transport, der ihn nach Dachau bringen sollte, und schlug sich nach Prag durch, wo er im Mai beim Aufstand gegen die Deutschen mitkämpfte. Nach der Befreiung arbeitete Arnost Lustig als Journalist. 1948 berichtete er für den Prager Rundfunk aus dem israelischen Unabhängigkeitskrieg. In den 60er‐Jahren verfasste er zahlreiche Romane, Erzählungen und Drehbücher, die häufig auf seinen Erlebnissen in den KZs basierten. Anders als im gängigen sozialistischen Realismus waren seine Protagonisten keine kämpferischen Helden, sondern meist Kinder und Alte. Nach dem Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts in die Tschechoslowakei im August 1968 flüchtete Lustig, der sich im Prager Frühling stark engagiert hatte, nach Israel. 1973 übernahm er den Lehrstuhl für Literatur, Film und Judaistik an der American University in Washington, D.C. Seit 1989 lebt er wieder in Prag. In Deutschland erschien zuletzt von ihm 2007 der Auschwitz‐Roman Deine grünen Augen im Berlin Verlag. ja

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