Makkabi-Spiele

Friede, Freude und Erfolge

von Ruth Reimertshofer

Davidstern und Kolosseum vereint auf einem Logo: Die Wahl des Symbols für die 12. Makkabi-Spiele vom 4. bis zum 12. Juli in Rom zeugt nicht nur von sportlichem Engagement, sondern auch von der historischen Verbundenheit mit dieser Stadt.
140 jüdische Athleten von Makkabi Deutschland waren in der vergangenen Woche in die italienische Hauptstadt gereist, um ihre sportliche Begeisterung und ihre Leistungen in einem Fest der Freundschaft und der kulturellen Begegnung zu feiern.
Drei Tage vor Beginn der Spiele ist der kleine Vortrupp bereits in Rom angekommen. Nach 15 Stunden Autofahrt aus Düsseldorf in einem vollgestopften Van ist der deutsche Teamleiter Mordechai Tichauer erst mal richtig geschlaucht:»Hier herrscht organisiertes Chaos«, sagt er, »doch es ist eine tolle Sache, die größte jüdische Sportveranstaltung gerade in Rom zu erleben.«
Donnerstag, 5. Juli, Eröffnungsveranstaltung: Mit großer Polizeieskorte geht es im Berufsverkehr quer durch die Millionen-Metropole vom Hotel zum Veranstaltungsort Stadio Flaminio. Im Bus mit den deutschen Sportlern und der Delegationsleitung herrscht gute Stimmung, denn schon einen Tag zuvor hatte die deutsche Mannschaft eine Goldmedaille in Tischtennis erringen können. Doch auch Müdigkeit und Stress stehen in den Gesichtern von Tichauer und Gideon Osterer, Vorstandsvorsitzender von Makkabi Deutschland.
1.800 Sportler aus 37 Nationen laufen kurz nach 21 Uhr ins Stadion ein. Die deutsche Flagge wird von dem Tennisspieler Gerald Oganezov getragen. »Früher war es schwieriger, jemanden für diese Aufgabe zu finden, heute ist Deutschland ein normales Land, und es ist eine Ehre, seine Fahne zu tragen«, sagt einer aus dem deutschen Team. »Trotz einiger Frustrationen und organisatorisch großer Anstrengungen sind wir stolz. Denn wir arbeiten alle ehrenamtlich – für die nächsten Generationen des jüdischen Sports in Deutschland.«
Der Höhepunkt des Eröffnungsabends ist die Ankunft der in Jerusalem entfachten Flamme. Die Jugendlichen und Delegationen, zusammengekommen im Namen von Freundschaft und Sport, bilden auf dem Feld ein frohes Farbenmeer. Das von den Deutschen getragene Rosa vermischt sich mit den Farben der Mannschaften aus aller Welt. Überall gibt es Verbrüderungsszenen. Gruppenfotos werden gemacht, Anstecknadeln und Telefonnummern ausgetauscht. Ein großes Feuerwerk beendet die Feier. Auf der Rückfahrt knurrt einigen Sportlern, die bereits am Morgen zum Wettkampf angetreten waren, immer noch der Magen. »Hoffentlich kriegen wir noch irgendwo eine Pizza«, sagt einer.
Roms jüdische Gemeinde ist stolz darauf, Gastgeber der 12. Makkabi-Spiele zu sein. »Wir wollen zeigen, dass wir Bestandteil dieser Stadt und ihrer Geschichte sind.« Dieser Satz ist häufig zu hören. Die politische Unterstützung für die Veranstaltung reicht bis hinauf zu Staatspräsident Giorgio Napolitano. Auch Papst Benedikt XVI. begrüßte die deutsche Delegation in seiner Mittwochsaudienz mit Handschlag. Stolz wurde ihm dabei ein Wimpel von Makkabi Deutschland überreicht, und mit Freude konnte man ihm verkünden, dass es in seiner Heimatstadt Regensburg seit drei Jahren wieder einen Makkabi-Sportverein gibt.
Am Sonntagabend dann ein kleiner Marathonlauf durch das antike Rom und das Zentrum des heutigen jüdischen Lebens. Vorbei geht es an der großen Synagoge am Tiberufer und durch das aus mittelalterlicher Zeit Ghetto genannte Viertel zum Circo Massimo, wo die alten Römer ihre Wettkämpfe ausrichteten.
Am Ende der 12. Makkabi-Spiele steht eine positive Bilanz: Erfolge für die deutsche Mannschaft und ein Austausch mit Sportlern aus aller Welt. Denn neben Medaillen ging es nicht zuletzt um Freundschaft und Frieden. Gute Aussichten für das nächste jüdische Sport-Großereignis.

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