Paul Newman

Eine gute Figur

Die Anerkennung kommt spät. Erst 1987, nach acht Nominierungen, wird Paul Newman für seine Darstellung eines alternden Billard-Profis in dem Film Die Farbe des Geldes mit einem Oscar ausgezeichnet. Die Hollywood-Legende kommentiert die Ehrung mit einer typischen Mischung aus Zufriedenheit und Ironie: »Es ist, als würde man eine schöne Frau 80 Jahre lang verfolgen. Wenn sie endlich nachgibt, muss man gestehen, dass man müde ist.«
Debütiert hatte Paul Newman bereits im zarten Alter von sieben Jahren: bei einer Schulaufführung von »Robin Hood«. Doch neben der Schauspielerei bestimmt auch der Traum vom Fliegen die Gedankenwelt des Jungen. Um seinem Ziel näherzukommen, schreibt er sich nach dem Schulabschluss für das Navy-V-12-Programm der Universität von Ohio ein. Doch er muss einen herben Rückschlag wegstecken. Bei der medizinischen Untersuchung wird eine Rotblindheit diagnostiziert. Der Berufsweg des Piloten ist versperrt.
Die Neuorientierung kommt schnell: 1954 schließt er sein Studium der Theaterwissenschaften an der renommierten Universität von Yale ab. Nun kann Paul Newman seine Leidenschaft für das Schauspiel ausleben. Der nächste Schritt ist Schauspielunterricht bei Method-Acting-Guru Lee Strasberg. Mit seinen blauen Augen, seiner athletischen Figur und der charismatischen Ausstrahlung ist Newman wie prädestiniert für Hollywood. Die erste Rolle lässt nicht lange auf sich warten. Das Kostümdrama Der Silberne Kelch aus dem Jahr 1955 wird jedoch ein Flop an den Kinokassen. Paul Newman schämt sich für seine Leistung und lässt eine Entschuldigung in einer Zeitung drucken. In Die Katze auf dem heißen Blechdach steht er 1957 an der Seite von Elizabeth Taylor. Die Rolle des alkoholisierten Ex-Fußballstars bringt ihm die erste Oscar-Nominierung.
Exodus (1960) markiert eine Wende in Newmans Karriere. Mit dem erfolgreichen Film über die Gründung Israels schafft der Schauspieler den Übergang in die 60er-Jahre. Dalton Trumbos Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman des jüdischen amerikanischen Autors Leon Uris. Newman spielt Ari Ben Canaan, der als Mitglied der Untergrundorganisation »Hagana« versucht, jüdische Flüchtlinge aus Europa nach Palästina zu bringen. Regisseur Otto Preminger sagte später, dass er einen Juden für die Rolle haben wollte, der aber nicht »jüdisch« aussehen solle. Die Wahl fällt auf Paul Newman. Sein Vater Arthur Samuel ist Jude, und der Sohn identifiziert sich mit der Religion des Vaters.
Zu dieser Zeit beginnt Newman, sich politisch zu engagieren. Er unterstützt Abrüstungskampagnen während des Kalten Krieges und sammelt Geld für die Demokraten. Auf Präsident Nixons berüchtigter »Feindesliste« landet er auf Rang 19, was er einmal als eine seiner höchsten Auszeichnungen pries. Nach dem Heroin-Tod seines einzigen Sohnes Scott im Jahr 1978 gründet der Schauspieler die Scott Newman Foundation für drogenabhängige Jugendliche. Und er ruft die Lebensmittelmarke Newman’s Own ins Leben. Den Gewinn aus dem Salat- und Pastasoßenverkauf spendet er an soziale Organisationen.
Nach einer schlechten Prognose bricht Newman 2008 eine Krebsbehandlung ab. Seine letzten Tage will er mit der Familie verbringen. Wie in den vergangenen 50 Jahren weicht seine zweite Frau Joanne Woodward nicht von seiner Seite.
Einmal hatte der legendäre Schauspieler über seine Grabinschrift gewitzelt: »Hier liegt Paul Newman. Er starb an Erfolglosigkeit, weil seine Augen braun wurden.« Am 26. September ist der Hollywoodstar gestorben. Tzveta Bozadjieva

USA

Iraner wegen Mordkomplotts gegen Bolton angeklagt

Das Mitglied der Revolutionsgarden plante nach US-Angaben, den früheren Sicherheitsberater zu ermorden

 11.08.2022

Diplomatie

Der Quereinsteiger

Seit Dienstagmorgen ist Angela Merkels ehemaliger Sprecher Steffen Seibert offiziell deutscher Botschafter in Israel

 09.08.2022

Zahl der Woche

3. Platz

Fun Facts und Wissenswertes

 21.07.2022

Schoa

Gedenken an Widerstand gegen Hitler in Berlin

Am 20. Juli 1944 hatten Wehrmachtsoffiziere um Claus Schenk Graf von Stauffenberg vergeblich versucht, Hitler mit einer Bombe zu töten und den Krieg zu beenden

 20.07.2022

Einspruch

Wir Ruhestörer

Eugen El stellt angesichts der documenta resigniert fest, dass Marcel Reich-Ranicki recht hatte

von Eugen El  14.07.2022

Israel

Nur Fliegen ist schöner

Endlich mal wieder nach Tel Aviv? Unser Autor Richard C. Schneider erläutert, warum das derzeit gar nicht so einfach ist

von Richard C. Schneider  09.07.2022

Einspruch

Stepan Bandera: Held oder Faschist?

Alexander Friedman wünscht sich für die Ukraine eine kritische Aufarbeitung des Falls Stepan Bandera

von Alexander Friedman  07.07.2022

Meinung

Schüsse am Josefsgrab: Wo bleibt der Aufschrei?

Unser Autor beklagt die Doppelstandards, die das Gros der deutschen Medien bei ihrer Israel-Berichterstattung anlegen

von Arye Sharuz Shalicar  07.07.2022

Debatte

»Linke Aktivistin, die für spaltende Identitätspolitik steht«

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes wird mit einer neuen Chefin besetzt. Was eher langweilig klingt, ist zum Politikum geworden. Die Ampel-Kandidatin für das Amt steht seit Wochen massiv in der Kritik

von Sebastian Engel  07.07.2022