Speyer

Ein Gotteshaus für Speyer

Ein Gotteshaus für Speyer
Jüdisches Leben soll zurückkehren

Diesen Augenblick hatte sich der Ge-
schäftsführer der Jüdischen Gemeinde der Rheinpfalz, Manfred Erlich sel. A., so sehnlich erhofft und ihn doch nicht mehr erleben können. Am 1. Dezember konnten die Bauarbeiten an der künftigen Speyerer Synagoge beginnen. Bereits am 9. November vor einem Jahr war der Grundstein gelegt worden. Doch immer wieder musste der Baubeginn verschoben werden.
Zunächst seien es statische Probleme gewesen, die den Start verzögerten, hieß es. Es handele sich bei dem Vorhaben um einen anspruchsvollen Bau: Für die vom Offenbacher Architekten Alfred Jacoby gestaltete Synagoge mussten Teilbereiche der ehemaligen St. Guido Stiftskirche abgerissen, andere neu angebaut werden. Zum anderen war lange Zeit nicht klar, wie viel Geld das Land für den Synagogenbau besteuern würde. Es lagen nur mündliche Zusagen vor. Erst Mitte November war die schriftliche Zusage beim jüdischen Kultusverein eingegangen. In weiteren zwölf Monaten soll die Synagoge fertig sein. Für das Projekt sind 2,5 Millionen Euro veranschlagt, die gedrittelt von der jüdischen Kultusgemeinde, der Stadt und dem Land Rheinland-Pfalz getragen werden.
Bei der Stadtverwaltung Speyer schmiedet man inzwischen Pläne über das jüdische Gotteshaus hinaus. Man möchte zusätzlich ein jüdisches Museum einrichten. Dazu könne dann auch die Judaica-Sammlung des Historischen Museums der Pfalz in ein separates Gebäude verlagert werden. Dieser Vorschlag müsse allerdings noch von den zuständigen Gremien beraten werden. Wie lange das dauern werde, darüber kann auch der Sprecher der Stadtverwaltung keine Auskunft geben.
Neben Mainz und Worms zählte Speyer zu den ältesten Gemeinden am Rhein. »Mit der neuen Synagoge will die Jüdische Ge-
meinde der Rheinpfalz, die ihren administrativen Mittelpunkt in Neustadt an der Weinstraße hat, wieder jüdisches Leben in dem historisch so bedeutsamen Speyer etablieren«, sagt der Landesvorsitzende Peter Waldmann, »und dafür kämpfte an vorderster Front auch Manfred Erlich sel. A.« hso

Rubrik

Zitat der Woche

Jüdische Allgemeine vom 26. September 2019

 10.10.2019

Grossbritannien

Der Mops, die rechte Pfote und der Hitlergruß

Jüdischer Verband kritisiert BBC: Sender zeigt Film über verurteilten Schotten und dessen umstrittenen Hund Buddha

 05.08.2019

Pferdesport

Israelin Dani G. Waldman siegt vor Ludger Beerbaum

Bei der dritten Auflage des Fünf-Sterne-Reitturniers in Berlin gewinnt die für Israel startende Amerikanerin 

 27.07.2019

Milton Glaser

Er liebt New York

Der US-Designer feierte seinen 90. Geburtstag

von Christina Horsten  26.06.2019

Frankfurt

»Emotionaler Anker«

Die Bildungsabteilung im Zentralrat veranstaltet eine Tagung zur Geschichte der jüdischen Jugendbewegung

von Eugen El  06.06.2019

Fußball

»Wusste nicht, was Nazi-Gruß ist«

Torwart des Premiere-League-Clubs Crystal Palace entgeht mit einer sehr besonderen Begründung einer Strafe

 16.04.2019