Schoa-Opfer

Das Versprechen

von Miryam Gümbel

„Vor vielen Jahren, als eure Großeltern jung waren, gerade Kinder, oder vielleicht noch kleiner, gab es in Deutschland viele Nazis.“ Mit diesem Satz begann in der Sinai‐Schule die Gedenkfeier zum Jom Haschoa. Nach einem kurzen und auch für Kinder verständlichen historischen Abriss folgte die Erklärung für diesen besonderen Tag: „Deshalb erinnern wir uns jedes Jahr an die sechs Millionen Juden, die vernichtet wurden. Wir erinnern uns aber auch an diejenigen Nichtjuden, die sich und ihre Familien gefährdet haben, um Juden zu retten.“ Im Gedenken an die Ermordeten entzündeten zwei Schüler sechs Kerzen. Mit Gedichten und vorgelesenen Tagebucheinträgen riefen die Mädchen und Jungen die Ängste und die lebensbedrohliche Situation wach. Einfühlsam hatten die Lehrerinnen der Sinaischule ihre Schützlinge auf diese kurze, aber eindringliche Feierstunde vorbereitet, zu der auch viele Eltern gekommen waren.
Unter den vorgetragenen Gedichten waren auch die Zeilen von Inge Auerbach: „Sie sind von Gott, die Sterne der Nacht. Auch mich, auch mich, hat er gemacht. Weine nicht Mama, hör mein Versprechen. Niemand wird meine Seele zerbrechen. Ich bin ein Stern.“

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