Chabad-Day-Camp

Challa und Heidelbeeren

von Marina Maisel

Hoch konzentriert schlingt Elischa drei Teigrollen ineinander. Man sieht gleich, dass der achtjährige Junge das nicht zum ersten Mal macht. „Wir backen oft Challa mit meiner Mutter“, erzählt Elischa. Heute bereitet er, zusammen mit 30 anderen Kindern, eine eigene Challa zum Schabbat vor. Hier, im ehemaligen Kindergarten und Schulhaus in der Möhlstraße, findet das traditionelle Gan‐Israel‐Day‐Camp statt. Das Haus kennt Elischa, genau wie viele andere Day Camp‐Teilnehmer, gut. Kindergarten und Sinai‐Schule hat er hier besucht. Beim Camp trifft er alte Freunde. Über alles, was Elischa in der ersten Woche erlebt hat, erzählt er ununterbrochen. Heidelbeeren pflücken hat ihn besonders beeindruckt: „Die Beeren waren so süß und man konnte pflücken so viel man wollte“, erzählt er mit Begeisterung. Die siebenjährige Sara macht inzwischen den Tisch für die nächste Aufgabe bereit. Alle Mädchen werden, wenn die Challa gebacken ist, die Kerzenhalter für Schabbat bemalen, während die Jungs die Besamim mit Nelken dekorieren wollen.
Das Programm realisiert in diesem Jahr ein fünfköpfiges Frauenteam – Madrichot aus Deutschland und Österreich. Für die 19‐jährige Mushki Diskin, die sich seit vier Jahren als Madricha engagiert, ist das Haus in der Möhlstraße eng mit ihrer eigenen Kindheit verbunden. Schon als Kindergartenkind, dann als Schülerin und später als Madricha besuchte Mushki immer wieder diesen Ort und freut sich jetzt auf ihre kleinen Ziehkinder. Außer den schon traditionell gewordenen spektakulären Ausflügen in die beliebte Allgäuer Skyline, ins Lollohop und den Märchenwald bietet das Day‐Camp eine ganze Reihe von Sportaktivitäten an. Wer mag, kann auch das Einmaleins des israelischen Tanzes in diesen Wochen lernen. Besonderen Wert legen die Camp‐Organisatoren von Chabad Lubawitsch auf die Vermittlung von jüdischem Wissen. Spielend und in warmer Atmosphäre erfahren die Kinder viel über jüdische Geschichte und Traditionen. Schwerpunkt ist in diesem Jahr das Thema „ein Tag“. Vom Händewaschen bis zur Kissenschlacht schauen sich die Kinder Schritt für Schritt zusammen mit ihren Madrichot einen Tag genau an, zu dem neben den gewöhnlichen Sachen auch die traditionellen jüdischen gehören. Wie man die Hände wäscht und Gebete sagt, lernen die Jungs und Mädchen beim Day Camp und haben offensichtlich viel Spaß dabei. Die kleinste Camp‐Teilnehmerin, die dreijährige Malki, ist fleißig bei allen Aktivitäten dabei und zeigt sich sehr interessiert. Und sie lässt es sich natürlich nicht nehmen, zusammen mit vielen Mädchen am Tisch zu sitzen und mit einer ganzen Pa‐
lette von Farben etwas für Schabbat vorzubereiten. Etwas ganz Eigenes.

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