gelsenkirchen

Beten im Kubus

von Tobias Ertmer

Im 19. Jahrhunderts ähnelten die Synagogen den umliegenden Kirchen. So war es auch in Gelsenkirchen: Das 1885 im maurischen Stil erbaute Bethaus mit Kuppeltürmen passte sich ins religiöse Stadtbild ein.
Beim neuen Gemeindezentrum stehen heute Schlichtheit und Klarheit im Vordergrund. Das von den ortsansässigen Architekten Benedikta Mihsler und Reinhard Christfreund entworfene Gebäude setzt sich aus quaderförmigen Elementen zusammen. Zur Georgstraße hin öffnet sich der Haupteingang mit hohen schlanken Fenstern. Hindurch bietet sich ein Blick auf eine meterhohe Zypresse im Innenhof, der besonders für Feste genutzt werden soll. Um die Ecke, an der Gildenstraße, erstreckt sich der Wohn‐ und Verwaltungskomplex. Im Erdgeschoss sind Empfangsräume, Büros und Toiletten untergebracht, im ersten Obergeschoss befinden sich Schulungsräume, die Bibliothek, ein Café, die koschere Küche und weitere Büroräume. Unter dem Dach entstanden vier Sozialwohnungen, die demnächst vermietet werden sollen.
Das Herz des Gemeindezentrums liegt im Innern des kubischen Gebäudes: der große und lichtdurchflutete Gemeindesaal im Erdgeschoss, und genau darüber die Synagoge. Der quadratische Betsaal mit weißen Säulen und weißen Vorhängen bietet Platz für knapp 200 Personen. Im hinteren Teil, eine Treppenstufe höher, ist der Bereich für die Frauen. Die Bänke sind aus heller Eiche, ebenso der Toraschrank und die Verkleidung der Ostwand.
„Wir sind stolz, dass wir die Ideen, die wir gemeinsam mit der Gemeinde entwickelt haben, konsequent umsetzen konnten“, sagt Architekt Reinhard Christfreund.

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