Haushaltskrise

Antisemitismus-Beratungsstellen warnen vor Aus ihrer Arbeit

Benjamin Steinitz, geschäftsführender Vorstand des Bundesverband RIAS e.V. Foto: picture alliance/dpa

Die fehlende Einigung auf den Bundeshaushalt 2024 hat nach Angaben von Melde- und Beratungsstellen die Demokratieförderung und den Kampf gegen Antisemitismus bedroht. Inmitten einer enormen Zunahme von Antisemitismus würden zum 1. Januar wichtige Anlaufstellen ausfallen, heißt es in einem offenen Brief an die Bundesregierung, der am Dienstag in Berlin verbreitet wurde. Gerade in der derzeitigen Situation sei das »ein fatales Signal«.

Der offene Brief wurde vom Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS), der Ofek-Beratungsstelle bei antisemitischer Gewalt und Diskriminierung und dem Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG) veröffentlicht.

Auch nach der Einigung des Bundeskabinetts in der Nacht zu Mittwoch, ist noch immer unklar, ob Gelder rechtzeitig fließen werden. Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) sagte auf Anfrage der Jüdischen Allgemeinen: »Mit der Einigung ist die gute Nachricht verbunden, dass mein Haushalt und damit die Fördervolumen des Projektes meines Hauses nicht gekürzt werden.«

Das betreffe auch das Bundesprogramm »Demokratie Leben!«, mit dem die Arbeit von RIAS, OFEK und VBRG finanziert wird. Ministerin Paus versprach, »jetzt schnell alle Schritte zu gehen, um den betroffenen Projekten eine nahtlose Weiterarbeit zum 1. Januar 2024 zu ermöglichen.«

Sollte das nicht gelingen, drohen zahlreiche geschulte und hochprofessionelle Fachkräfte in die Arbeitslosigkeit entlassen werden, hatten die Verbände gewarnt. Auch für Betroffene von Antisemitismus habe dies unmittelbare Konsequenzen. Sie könnten nicht mehr unterstützt werden.

nko/epd

Doha

Indirekte Gespräche zwischen Iran und USA sollen begonnen haben

Die Lage zwischen den USA und dem Iran bleibt weiter angespannt. Dennoch laufen nun Gespräche im Golfstaat Katar

 01.07.2026

Diplomatie

»25 Gründe, warum ich Israel vermisse«

Der deutsche Botschafter Steffen Seibert verlässt in wenigen Tagen nach vier Jahren das Land und kehrt zurück nach Berlin

von Sabine Brandes  30.06.2026

Resümee

Felix Klein: Lebensqualität für Juden hat sich verschlechtert

Nach acht Jahren im Amt wechselt der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, im August den Job. Auf seine Amtszeit blickt der 58-Jährige mit gemischten Gefühlen zurück

von Corinna Buschow, Markus Geiler  29.06.2026

Bündnis Sahra Wagenknecht

Mit einer Portion Antisemitismus gegen den Zionismus

Das Jugendbündnis im BSW hat einen Beschluss zum Zionismus gefasst, der aufhorchen lässt. Auf Instagram verwendete der Verband zudem antisemitische Bildsprache aus der NS-Zeit

von Michael Thaidigsmann  22.06.2026

Zeitgeschichte

Georges-Arthur Goldschmidt sieht Guillotine am Beginn der Schoa

Der französisch-deutsche Schriftsteller sagte in einem Interview »Diese Normalisierung der Todesstrafe hat Europa zerstört.«

 09.06.2026

Holocaust-Gedenken

Wagner und Mendel kritisieren Yad-Vashem-Entscheid

In Deutschland sollen zwei Niederlassungen der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem entstehen. Der jüdische Wissenschaftler Meron Mendel und der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner, sehen das in Teilen kritisch

 29.05.2026

Reisen

Kein Parkplatz am Ben-Gurion-Flughafen

US-Militärjets blockieren 70 Prozent des Flughafens. Flüge fallen aus, Airlines bleiben weg und kurz vor dem Sommer herrscht große Unsicherheit

von Sabine Brandes  29.05.2026

Diplomatie

Israels Präsident begrüßt ersten Botschafter Somalilands

Als weltweit erstes Land hatte Israel vor einem halben Jahr die muslimisch geprägte Region im Norden Somalias als unabhängigen Staat anerkannt. Jetzt kommt der erste Botschafter nach Israel

 18.05.2026

Internationaler Strafgerichtshof

Bericht: Geheime internationale Haftbefehle gegen Ben-Gvir und andere

»Haaretz« berichtet über mögliche neue Schritte gegen mehrere israelische Minister und Militärvertreter

von Sabine Brandes  17.05.2026