Solidaritätskundgebung

Am Israel Chai

von Miryam Gümbel

Weit über tausend Menschen folgten am vergangenen Sonntag in München dem Aufruf des Zentralrats, unter dem Motto „Stoppt den Raketen‐Terror der Hamas! Für Israels Recht auf Selbstverteidigung!“ Flagge zu zeigen. Der Münchner Marienplatz hatte sich in ein weiß‐blaues Fahnenmeer verwandelt. Dazwischen fanden sich zahlreiche Transparente, wie das Bild zweier Bewaffneter, die die Gewehre aufeinander gerichtet hatten: einer mit dem Kinderwagen vor sich, der andere im Schutz seines Körpers hinter sich. Darüber stand zu lesen: „Der kleine Unterschied“. Dieses Bild illustrierte nachhaltig, was die Präsidentin des Zentralrates und der Münchner IKG, Charlotte Knobloch, eindringlich formuliert hatte: Auch Israel leide, wenn palästinensische Zivilisten sterben. „Doch wie können diese Opfer vermieden werden, wenn sich die Hamas in den Wohngebieten der Palästinenser verschanzt und ihr eigen Fleisch und Blut als lebende Schutzschilde missbraucht? Denn unsere Feinde hassen uns mehr, als sie ihre Kinder lieben. Die Hamas ist es, die palästinensische Kinder und Frauen auf dem Gewissen hat – nicht Israel.“ Die Menschen Israels und der Palästinensergebiete wünschen sich nichts sehnlicher als den Frieden. Es sei die Hamas, die ihren eigenen Leuten diesen nicht gewähre. Sie verwendeten mehr Mühe darauf, den jüdischen Staat zu zerstören, als ihren eigenen Staat, ihre Infrastruktur aufzubauen. „Was die Hamas ihrem eigenen Volk antut – das ist die wahre palästinensische Katastrophe“, so die Präsidentin. Von mehrfachem Applaus und vielfachen „Am Israel Chai“-Rufen unterbrochen (Das Volk Israel möge leben), beklagte Knobloch, dass die Bilder in den Medien leidende palästinensische Kinder zeigten, jedoch nicht die Opfer in Israel, auf die der Raketenhagel aus Gasa niedergehe. Tote, Verletzte und vor allem stark traumatisierte Kinder seien unter den zivilen Opfern in Israel. Knobloch forderte „ein Ende des Raketenbeschusses durch die Hamas. Wir fordern Sicherheit für die Menschen Israels.“ Yehoshua Chmiel von Am Echad konkretisierte die Situation, als er seine Rede begann: „Eigentlich sollten wir jetzt schweigen und bis 15 zählen.“ Denn genau 15 Sekunden haben die Menschen in den grenznahen Orten bei Gasa Zeit, um sich vor den Raketen in Sicherheit zu bringen. Charlotte Knobloch hatte mit Blick auf eine Demo vom Vortag, als Rechtsextremisten gemeinsam mit Palästinensern durch die Münchner Innenstadt marschierten, gemahnt: „Kein Wunder also, welche Allianzen sich hier zusammenrotten. Denn Neonazis und Islamisten eint ihr gemeinsamer Hass auf alles Jüdische. Erst gestern haben wir das wieder sehr deutlich gesehen. Unverhohlen haben deutsch‐palästinensische Demonstranten zugegeben, dass sie bei den nächsten Wahlen für die NPD stimmen werden.“ Knoblochs Appell: „Die Demokraten unter den Israelkritikern sollten sich fragen, ob sie den Schulterschluss mit solchen Gesinnungsbrüdern tatsächlich wollen.“
Auf die wenig israelfreundliche Haltung vieler Medien ging auch Leo Sucharewicz der Organisation I like Israel (ILI) ein. ILI hatte ebenso wie Am Echad und die Christlichen Freunde Israels mit vielen anderen Organisationen und Vereinen dazu beigetragen, dass trotz frostiger Winterkälte so viele Menschen für das Existenrecht Israels und gegen den Terror der Hamas zu der Kundgebung gekommen waren. Weitere Redner waren Andreas Wittenzellner von Am Echad, Harald Eckert von den Christlichen Freunden Israels und Ori Osterer vom Jugendzentrum der IKG. Die Rede Knoblochs ist unter Presse auf der Internetseit www.ikg-m.de zu finden.

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