Parteien

Alte Bekannte

von Wladimir Struminski

Das Volk hat gesprochen. Jedenfalls das Parteivolk. Mittlerweile haben fast alle Parteien ihre Listen für die Knesset-Wahl im Februar aufgestellt.
Für heftige Debatten sorgte der Likud. Er erlebte, gegen Benjamin Netanjahus Willen, einen Rechtsruck. Der gemäßigte Ex-Minister Dan Meridor landete auf Rang 17, zwei weitere von Netanjahu handverlesene Kandidaten wurden auf aussichtslose Ränge verdrängt. Gleichzeitig konnte der rechtsextreme Außenseiter Mosche Feiglin trotz Netanjahus heftigen Widerstands auf Platz 20 landen. Zwar wurde er aus formalen Gründen später auf Rang 36 heruntergestuft, aber auf den führenden Plätzen herrschen rechtsgerichtete Kandidaten vor.
Die seit drei Jahren existierende Kadima bot kaum Überraschungen. Die meisten aktuellen Abgeordneten finden sich auf der Liste vorne wieder. Rang eins der Liste ging qua Amt an die Parteivorsitzende Zipi Livni, gefolgt von ihrem Rivalen, Verkehrsminister Schaul Mofas. Auf Platz drei landete die Knessetvorsitzende Dalia Itzik.
Lauter bekannte Gesichter schmücken auch die Liste der Arbeitspartei. Auf den ersten zehn Rängen tummeln sich amtierende Fraktionsmitglieder, und viel mehr als zehn Sitze wird die Partei kaum bekommen. Interessant ist, dass sie nicht einen einzigen arabischen Genossen ins Parlament entsenden wird, obwohl sie zurzeit noch zwei arabische Abgeordnete hat. Dadurch drohen ihr Stimmenverluste im arabischen Sektor.
Mit einer interessanten Neuerung wartet das siedlernahe Lager auf. Das vor einigen Wochen aus der Nationalreligiösen Partei und drei anderen Groß-Israel-Gruppierungen hervorgegangene »Jüdische Haus« (Habajit Hajehudi) hat einen Politikneuling zum Chef bestimmt: den Mathematikprofessor Daniel Hershkowitz. Der, obzwar selbst Rabbiner, erklärte, Habajit Hajehudi sei weder eine religiöse noch eine rechte Partei. Wie ernst Letzteres gemeint ist, muss sich zeigen: Immerhin bekräftigte Hershkowitz im gleichen Atemzug, Juden sollten »überall im Lande Israel« leben – also auch in den besetzten Gebieten.
Derweil geht zwischen der in Entstehung begriffenen Linkspartei und der linksliberalen Meretz das Gerangel weiter. Offiziell zeigen sich beide Seiten an einer Wahlgemeinschaftt interessiert, doch sind viele Meretz-Mitglieder nicht bereit, den Bündnispartnern realistische Listenplätze zu überlassen. Für die Zusammensetzung der nächsten Knesset dürfte der Ausgang des Streits ohne Bedeutung sein.

Feiertage

Chatima towa, oder was?

Was von Rosch Haschana über Jom Kippur bis Sukkot die korrekte Grußformel ist

von Rabbiner Yaacov Zinvirt  11.09.2026 Aktualisiert

Sachsen-Anhalt

BSW will AfD-Landtagspräsidenten mitwählen

Bundesweit ist es der AfD noch nie gelungen, das Amt eines Parlamentspräsidenten zu übernehmen – auch wenn sie die stärkste Partei war. Das könnte sich in Sachsen-Anhalt jetzt ändern

 08.09.2026

Bayern

Innenminister Herrmann geht von Brandanschlägen auf Rüstungsunternehmen aus

Nach einer Brandattacke auf eine Münchner Baustelle geht Bayerns Innenminister Herrmann von einem Anschlag mit politischem Hintergrund aus - und sieht ein größer werdendes Risiko

 03.09.2026

Berlin

Chabad-Gemeinde feiert 30-jähriges Bestehen

Musik, Street-Food und ein Festakt: Die jüdische Chabad-Gemeinde in Berlin hat ihr 30-jähriges Jubiläum gefeiert. Dabei gab es auch einen virtuellen Ausblick auf ein großes Bauprojekt, das nächstes Jahr starten soll

 30.08.2026

Westjordanland

Auslandspresseverband in Israel fordert Schutz für Journalisten

Gewalttätige Siedler attackieren US-Journalisten im Westjordanland – der Auslandspresseverband warnt vor einem gefährlichen Trend

 30.08.2026

Antisemitismus

Ire in Frankreich verhaftet, nachdem er gedroht hatte, jüdisches Paar zu ermorden

Nachdem der Australier und seine Frau aus dem Tunesien-Urlaub zurück waren, gingen sie zur Polizei

 27.08.2026

Desinformation

Was steckt hinter dem International Burke Institute?

Die KI-Firma OpenAI hat nach eigenen Angaben eine verdeckte russische Beeinflussungskampagne aufgedeckt, die sich als israelisch inszeniert haben soll

 26.08.2026

Würdigung

Hamburg ehrt Esther Bejarano und Jina Mahsa Amini

In der Hansestadt gibt es künftig eine Esther-Bejarano-Straße und einen Jina-Mahsa-Amini-Park

 24.08.2026

Nahost

Israel soll Militärflugplatz in Nordsyrien attackiert haben

Israel hat seit dem Umsturz wiederholt auch Ziele in Syrien ins Visier genommen. Nun wird ein erneuter Angriff gemeldet. Der US-Sondergesandte für Syrien übt deutliche Kritik

 18.08.2026