Bio-Joghurt

Alles Müller, oder was?

Muh macht die Kuh zwar nicht, doch sie schaut ganz lebensecht vom Plakat auf die vorbeifahrenden Autos. »Die leckere Molkerei aus Europa kommt nach Israel«, steht darunter. Tatsächlich aber ist sie schon da. Und um »europäisch« etwas nä-
her zu definieren: Die Molkerei Alois Müller aus Fischach-Aretsried in Bayern ist in Israel angekommen. Seit ein paar Wochen gibt es die ersten Produkte der Marke mit dem Umlaut in fast allen großen Supermärkten zu kaufen.
Die »Froop«-Becher von Müllermilch stehen seit etwa Anfang des Monats in großer Menge in den Kühlregalen neben den heimischen Angeboten. Ein Becher des Bio-Joghurts mit aufgeschlagener Fruchtmasse obendrauf kostet von 4 bis 4,50 Schekel, etwa 75 Cent. Es gibt sechs verschiedene Geschmacksrichtungen. »Am liebsten mag ich Zitrone, das ist mal etwas anderes«, sagt Kundin Hila Gati, »echt köstlich!«
Wie sie den Namen mit dem Ü in der Mitte aussprechen soll, weiß sie nicht so recht, versucht dann aber tapfer: »Muller, Moller, Mualler…« Geschrieben wird die Marke natürlich auch hier mit den zwei Punkten überm U, gesprochen werden soll sie »Muller«. Das schlägt die Molkerei auf ihrer israelischen Website vor.
Bald schon sollen Dutzende Müller-Produkte die Geschmacksnerven der Israelis treffen. Müller Milch wird von dem einheimischen Unternehmen »Tara Dairy« vermarktet. Lange Zeit war der Joghurtmarkt von den Firmen Tnuva und Strauss dominiert. Erstere bietet die Marke »Yoplait«, die andere »Danone« an. Die beiden Molkereiriesen nahmen damit fast 90 Prozent des Joghurtmarktes ein. Mithilfe der Werbestrategie von Tara, die fast eine Million Euro investiert, um Müller in Israel be-
kannt zu machen, soll das jedoch Ge-
schichte sein. Das Joghurtgeschäft ist das viertgrößte Segment des Molkereimarktes mit einem Umsatz von fast einer Milliarde Schekel im vergangenen Jahr. Müller gilt nach Danone als zweitgrößter Hersteller von Milchprodukten in Europa.
Eran Kohen ist noch unentschlossen. Zwar freut er sich, dass es in den Kühlregalen jetzt etwas mehr Abwechslung gibt, aber ob die deutschen Joghurts tatsächlich so gut schmecken wie jene, die er seit Jahren kennt? »Einfach probieren«, lockt die junge Frau am Froop-Verkaufsstand. Das Einzige was jetzt noch zum totalen Müller-Genuss fehlt, ist die Frage: »Alles lecker – oder was?« Sabine Brandes

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