Rotkreuz-Archiv

Akten des Bösen

Akten des Bösen

Rotkreuz-Archiv in Bad Arolsen wird für Forschung geöffnet

Nach jahrelangem Streit wird das Archiv des Internationalen Roten Kreuzes zu Zwangsarbeit und Massenmord während der Nazizeit für Forscher zugänglich. Dies entschied die Elf-Staaten-Kommission, die über den Internationalen Suchdienst des Roten Kreuzes (ITS) wacht, am Dienstagabend in Luxemburg. Die einstimmige Entscheidung soll so schnell wie möglich von den elf Ländern ratifiziert werden.
Das Archiv im nordhessischen Bad Arolsen verwaltet rund 50 Millionen Dokumente mit Hinweisen auf 17,5 Millionen Häftlinge, Zwangsarbeiter und Vertriebene. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es Hauptaufgabe des Suchdienstes, vermißte oder verschleppte nichtdeutsche Personen zu suchen und getrennte Familien wieder zu vereinen. Danach ging es um die Schicksale von Häftlingen in Konzentrationslagern, deportierten Juden und Zwangsarbeitern. In den vergangenen Jahren beschäftigte der ITS sich mit Bescheinigungen für Überlebende, die für eine Entschädigung einen Nachweis über ihre Zeit in Lagern oder als Zwangsarbeiter benötigten.
Trotz jahrelangen Drängens vor allem aus den USA war Forschern der Einblick in Aktenordner mit Aufschriften wie »Auschwitz«, »Bergen-Belsen« oder »Buchenwald« bisher versagt worden. Der ITS sowie Italien und Deutschland hatten den Schutz der oft intimen Personendaten betont.
Der jüdische Weltkongreß begrüßte die Öffnung des Archivs. Der millionenfache Beweis für den Massenmord an den Juden stehe nun der Forschung zur Verfügung und sei ein Schlag ins Gesicht der Holocaustleugner.

Rubrik

Zitat der Woche

Jüdische Allgemeine vom 26. September 2019

 10.10.2019

Grossbritannien

Der Mops, die rechte Pfote und der Hitlergruß

Jüdischer Verband kritisiert BBC: Sender zeigt Film über verurteilten Schotten und dessen umstrittenen Hund Buddha

 05.08.2019

Pferdesport

Israelin Dani G. Waldman siegt vor Ludger Beerbaum

Bei der dritten Auflage des Fünf-Sterne-Reitturniers in Berlin gewinnt die für Israel startende Amerikanerin 

 27.07.2019

Milton Glaser

Er liebt New York

Der US-Designer feierte seinen 90. Geburtstag

von Christina Horsten  26.06.2019

Frankfurt

»Emotionaler Anker«

Die Bildungsabteilung im Zentralrat veranstaltet eine Tagung zur Geschichte der jüdischen Jugendbewegung

von Eugen El  06.06.2019

Fußball

»Wusste nicht, was Nazi-Gruß ist«

Torwart des Premiere-League-Clubs Crystal Palace entgeht mit einer sehr besonderen Begründung einer Strafe

 16.04.2019