Wieso, weshalb, warum

Echad

Religiöse Begriffe aus der Welt des Judentums

02.06.2016 – von Noemi BergerNoemi Berger

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Die hebräischen Wörter »echad« (männliche Form) und »achat« (weibliche Form) erscheinen 970-mal im Tenach. Die häufigste Bedeutung ist die einfache Kardinalzahl 1, wie wir sie zum Beispiel in der Schöpfungsgeschichte im 1. Buch Mose finden: »Und G’tt ließ einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, und er entschlief. Und Er nahm eine (achat) von seinen Rippen und verschloss ihre Stelle mit Fleisch« (1,21).

In der Schöpfungsgeschichte treffen wir auch das erste Mal in der Tora auf »echad« als Ordnungszahl: »Und es ward Abend, und es ward Morgen: erster Tag (Jom echad)« (1,5). Echad kann aber auch »das Gleiche« oder »ein und dasselbe« bedeuten.

So begegnet uns in der Erzählung vom Turmbau zu Babel folgender Satz: »Und der Ewige sprach: Siehe, es ist ein Volk und einerlei Sprache (safa achat)« (11,6). Der Josefsgeschichte entnehmen wir: »Und es träumte ihnen beiden, dem Mundschenk und dem Bäcker des Königs von Ägypten, in derselben Nacht (lajla echad) einem jeglichen ein eigener Traum« (40,5).

Ägypten Oftmals bezeichnet echad die »Einheit«, das »Einssein« oder »gemeinsam«. So lesen wir in der Geschichte vom Auszug aus Ägypten: »In einem Hause (bajit echad) soll man es (das Pessach-Lammopfer) essen« (2. Buch Mose 12,46).

Und Schlomo HaMelech, König Salomo, betet, nachdem er sein Heiligtum vollendet hat: »Gepriesen sei G’tt, der Seinem Volk Israel Ruhe gegeben, nach allem, was Er geredet hat! Kein einziges Wort (dawar echad) ist weggefallen von allen Seinen guten Worten, die Er durch Seinen Knecht Mosche geredet hat« (1 Könige 8,56).

Manchmal bezeichnet echad eine »zielgerichtete« oder »ungeteilte Einheit«. So lesen wir, dass das ganze Volk nach der Offenbarung am Berg Sinai »mit einer Stimme« (kol echad) sprach: »Alle Worte, die G’tt geredet hat, wollen wir tun« (2. Buch Mose 24,3).

Im Lichte des Schma Jisrael hat »echad« schließlich eine weitere Bedeutung, wie schon der Prophet Secharja ausführte. Das Schma Jisrael, das wir dreimal täglich sprechen, beschreibt die Einzigartigkeit G’ttes: »Und der Herr wird König sein über alle Lande. Zu der Zeit wird der Herr der Einzige (echad) sein und sein Name der einzige (echad)« (Secharja 14,9).

Höre Israel Das Wort »echad« im Schma Jisrael wurde vielfach übersetzt und gedeutet. Hier drei verschiedene Übersetzungen dieses wegweisenden Gebetes: »Höre Israel! Der Herr, unser G’tt, ist das Eine, Ewige Wesen« (Isaac Leeser, 1806–1868 amerikanischer Rabbiner deutscher Herkunft). »Höre Israel! Der Herr, unser G’tt, der Herr ist Einer« (Jewish Publication Society, 1917). »Höre Israel! Der Herr ist unser G’tt, der Herr allein« (Joseph Hertz, 1872–1946, Oberrabbiner des britischen Commonwealth).

Im 5. Buch Mose strahlt das Schma Jisrael in Kapitel 6, Vers 4 als Manifestation des jüdischen Glaubens an den einzigen G’tt. Jede jüdische Generation, die in Gefahr geriet, wählte das Schma als ihr persönliches Credo und verbeugte sich vor dem einen, wahren, einzigen G’tt. »Schma Jisrael, Adonaj Eloheinu Adonaj echad.«

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