Wieso Weshalb Warum

Parve

Religiöse Begriffe aus der Welt des Judentums

04.10.2013 – von Noemi BergerNoemi Berger

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Parve ist eine Bezeichnung im Rahmen der Speisegesetze. Sie bezieht sich auf Lebensmittel, die in keine der Kategorien von Fleisch- oder Milchprodukten fallen, die ja nur streng getrennt voneinander aufbewahrt, gekocht und gegessen werden dürfen.

Parve Lebensmittel gelten als neutral, aber sie können den »Kaschrut-Status« anderer Lebensmittel übernehmen, mit denen sie gekocht oder serviert werden. So ist in Olivenöl gebratenes Gemüse zwar parve, aber wenn es in einer Pfanne zubereitet wird, in der man gewöhnlich Fleisch brät, kann das Gemüse zum Beispiel nicht mit Butter serviert werden, ohne die Gesetze der Kaschrut zu verletzen.

Woher das Wort »parve« stammt, darüber zerbrechen sich Gelehrte und Laien seit Langem den Kopf. Eine Interpretation sei hier erwähnt: Im Jerusalemer Tempel gab es ein Beit HaParve, einen Parve-Raum – benannt entweder nach einem angeblich persischen Spender oder einem, der in den Raum einbrechen wollte. Dieser Raum befand sich zur Hälfte im Bereich der Kohanim (Priester) und zur anderen Hälfte im Bereich der gewöhnlichen Israeliten – also weder hier noch dort. Vielleicht wurde der Begriff »parve« deshalb zu etwas, das weder fleischig ist noch milchig.

obst Im Grunde ist alles, was aus der Erde wächst, parve, solange es in seinem natürlichen Zustand bleibt. Dazu gehört jegliches Obst oder Gemüse. Allerdings sind Käfer und Würmer, die sich gern in einige Obst-, Gemüse und Salatsorten einnisten, nicht koscher. Diese Lebensmittel sollten überprüft und gründlich gewaschen werden, um sicherzustellen, dass sie kein »Getier« enthalten.

Ein Fisch, der Flossen und Schuppen hat, ist sowohl koscher als auch parve, das heißt, er gehört nicht in die Kategorie »Fleisch«. Doch anders als bei Gemüse verbieten die Kaschrutgesetze, Fleisch und Fisch gemeinsam zu kochen und zu servieren. Sie können zwar in getrennten Gängen innerhalb einer einzigen Mahlzeit serviert werden, aber mit separatem Geschirr und Besteck. Der Grund dafür: Fisch besitzt Gräten. Das Verspeisen von Fisch und Fleisch zusammen könnte die Konzentration auf die gefährlichen Gräten mindern und so eine Verletzungsgefahr bedeuten.

eier Gelegte Eier sind selbstständige Einheiten, werden nicht als Teil des Hühnerfleisches betrachtet und sind somit parve. Also können Eier mit Milch- oder Fleischprodukten zubereitet und gegessen werden. Auch Honig und reines Salz gelten als parve. Ebenso sind die meisten Kräuter und Gewürze parve, denn sie sind pflanzliche Produkte.

Die Herstellung und Verarbeitung koscherer Lebensmittel wird von spezialisierten Rabbinern überwacht. Sie markieren die Verpackungen und kennzeichnen, ob das Lebensmittel fleischig oder milchig, parve und/oder koscher für Pessach ist.

Manche meinen, extra parve Geschirr, Töpfe und Besteck zu besitzen, wäre überflüssig, und sie verzichten darauf. Doch zum Beispiel kann man ein parve Messer zum Schneiden von Gemüse verwenden, das zu einer Fleisch- oder eben einer milchigen Mahlzeit gehört.

Ein separates Waschbecken zum Spülen von parve Geschirr ist nicht unbedingt nötig. Man kann das Geschirr, die Töpfe oder das Besteck unter fließendem Wasser abspülen – sie dürfen aber nicht den Boden des Spülbeckens berühren.

Parve Produkte lassen sich äußerst gut vermarkten, da sie universell einsetzbar sind in jeder Art von Mahlzeit. Darüber hinaus greifen Vegetarier und Personen mit Laktose-Intoleranz gern zu koscher zertifizierten parve Produkten.

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