Osnabrück

Katar bremst bei VW-Kooperation mit israelischem Rüstungskonzern

VW-Werk in Osnabrück Foto: picture alliance / Fotostand

Die Pläne von Volkswagen, sein von Schließung betroffenenes Werk in Osnabrück durch eine Vereinbarung mit dem israelischen Rüstungskonzern Rafael zu retten, stoßen auf unerwartete Hürden. Einem Bericht der Nachrichtenagentur »Reuters« zufolge hat der drittgrößte Anteilseigner von VW, die Qatar Investment Authority (QIA), Bedenken gegen die Verhandlungen und sieht weiteren Gesprächsbedarf.

Katar hält über die QIA 17 Prozent der Stimmrechte an dem Wolfsburger Konzern. Vor dem Hintergrund der angespannten Beziehungen zwischen dem Golfemirat und Israel ist die indirekte Förderung eines israelischen Rüstungsvorhabens politisch heikel. Volkswagen, der Aufsichtsrat und die QIA wollten sich bislang zu dem Thema nicht äußern.

Die Autoproduktion von VW im Werk Osnabrück – dort wurden das Cabrio-Modell »T-Roc« sowie einige Porsche-Modelle gebaut – soll im kommenden Jahr auslaufen. Rund 2300 Arbeitsplätze würden dann wegfallen. Das staatseigene israelische Rüstungsunternehmen Rafael hat Interesse bekundet, über seine Tochterfirma Dynamit Nobel Defence das Osnabrücker VW-Werk zu übernehmen, um Komponenten für das Raketenabwehrsystem »Iron Dome« zu bauen. Im April wurde eine Absichtserklärung unterzeichnet. Zuvor hatte der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall Pläne zur Übernahme verworfen.

Um den politischen Interessenkonflikt mit Katar zu entschärfen, wird nun laut »Reuters« nach Alternativen gesucht. Eine Schlüsselrolle könnte Niedersachsen spielen. Neben den Familien Porsche und Piëch sowie Katar ist das Land der dritte Großaktionär bei Volkswagen. Eine aktuell diskutierte Lösung wäre ein Joint Venture zwischen dem Autokonzern und Rafael, bei dem das Land Niedersachsen unterstützend mitwirkt. mth

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