Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay. Das gab das norwegische Nobelkomitee in Oslo bekannt. Pillay werde »für ihre Bemühungen um die Förderung des Friedens und des Völkerrechts und gegen Genozid« geehrt, sagte der Vorsitzende des Nobelkomitees, Jørgen Watne Frydnes.
»Die diesjährige Preisträgerin hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord strafrechtlich verfolgt werden.« Sie sei eine der wichtigsten Rechtsexperten unserer Zeit, so Frydnes.
Pillay war Richterin am Obersten Gerichtshof Südafrikas, am Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda und am Internationalen Strafgerichtshof. Sie amtierte als Hochkommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte und leitete die »Unabhängige internationale Untersuchungskommission der Vereinten Nationen zu den besetzten palästinensischen Gebieten, einschließlich Ost-Jerusalems«. Diese hatte 2025 in ihrem Bericht zum Krieg in Gaza von einem »Genozid« Israels an den Palästinensern gesprochen. Schon in den Jahren zuvor verlangte Pillay mehrfach die »Bestrafung« und Sanktionierung Israels für angebliche Verbrechen an den Palästinensern.
»Leider haben wir Navi Pillay nicht erreicht«, sagte Frydnes bei der Bekanntgabe Deshalb schickte er einen Aufruf an die Preisträgerin: »Wenn du eine norwegische Nummer anrufen siehst, geh bitte dran, wir würden liebend gerne mit dir sprechen.«
Der Friedensnobelpreis: die wichtigste Auszeichnung der Welt
Der Friedensnobelpreis gilt als wichtigste Auszeichnung der Welt. 2025 hatte ihn die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado bekommen. In diesem Jahr waren insgesamt 287 Kandidaten für den Friedensnobelpreis nominiert - und damit deutlich weniger als 2025. Vorschläge für Preisträger können etwa Kabinettsmitglieder, Universitätsprofessoren, Staatsoberhäupter oder frühere Preisträger machen. Unter den Nominierten waren diesmal 208 Personen und 79 Organisationen.
Wie die anderen Nobelpreise ist der Friedensnobelpreis in diesem Jahr mit rund einer Million Euro dotiert. Überreicht werden alle Preise am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters. Als einzige der Auszeichnungen wird der Friedensnobelpreis nicht in Stockholm, sondern seit der ersten Vergabe der Nobelpreise 1901 in der norwegischen Hauptstadt Oslo verliehen. dpa/ja