Antisemitismus

Gysi, Bartsch und Ramelow kritisieren Antizionisten in eigener Partei

Die drei selbsternannten Silberlocken der Linken, Gregor Gysi, Dietmar Bartsch, Bodo Ramelow. Foto: picture alliance / Wolfgang Maria Weber

Im internen Streit der Linken über Antisemitismus haben sich die Bundestagsabgeordneten Dietmar Bartsch, Gregor Gysi und Bodo Ramelow von Israel-Gegnern in den eigenen Reihen abgegrenzt. »Wir wehren uns entschieden gegen Aktivistinnen und Aktivisten in unserer Partei und deren Umfeld, die sich antizionistisch nennen und eigentlich meinen, Israel solle von der Landkarte verschwinden«, schreiben die drei in einem gemeinsamen Gastbeitrag für den »Tagesspiegel«. Niemals dürfe das Normalität oder Beschlusslage in ihrer Partei werden.

Dauerkonflikt in der Partei

Bei der Linken gibt es einen Dauerkonflikt über die Haltung zu Israel und zum Gazakrieg. Mitte März hatte der brandenburgische Antisemitismusbeauftragte Andreas Büttner seinen Austritt aus der Linken erklärt, nachdem sich der niedersächsische Landesverband in einem Antrag gegen den »heute real existierenden Zionismus« gewandt hatte und der israelischen Regierung einen »Genozid« im Gazastreifen sowie ein System der »Apartheid« vorgehalten hatte.

Die Parteispitze verurteilte jede Form von Antisemitismus. »Die Linke stellt sich gegen jede Form von Antisemitismus, antimuslimischem Rassismus und gegen die Instrumentalisierung des Nahostkonflikts für innenpolitische Hetze«, heißt es in einem Antrag des Geschäftsführenden Bundesvorstands an den Bundesparteitag Mitte Juni.

Antifaschistische Tradition

Bartsch, Gysi und Ramelow betonen, dass Anträge ihrer Partei in Parlamenten und auf Parteitagen beides sein müssten: propalästinensisch und proisraelisch. »Was sie nicht sein dürfen, ist anti-israelisch und anti-palästinensisch.«

Die Linke komme aus einer antifaschistischen Tradition und habe auch die Verantwortung für das Erinnern an die NS-Verbrechen und an die historische Verantwortung der Deutschen gegenüber den größten Opfergruppen des deutschen Faschismus. »Wir werden es nicht zulassen, dass unsere besondere, historische Verantwortung als Deutsche und als Linke relativiert wird.« /dpa

Wolfgang Benz, Stefanie Schüler-Springorum und das deutsche Zentrum für Antisemitismusleugnung

Ein Kommentar von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

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