Auszeichnung

Rafael Seligmann erhält Gerty-Spies-Literaturpreis

Rafael Seligmann Foto: picture alliance / dpa

Rafael Seligmann ist neuer Träger des mit 5.000 Euro dotierten Gerty-Spies-Literaturpreises der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz. Der deutsch-jüdische Politologe, Historiker und Schriftsteller erhalte die Auszeichnung für sein Gesamtwerk und insbesondere für seine Familientrilogie, teilte die Landeszentrale am Freitag in Mainz mit. Anliegen des Preisträgers sei es, dass die Geschichte jüdischen Lebens in Deutschland und die Schicksale der Jüdinnen und Juden nicht in Vergessenheit geraten dürfen.

Lesen Sie auch

Mit seiner Romantrilogie »Lauf, Ludwig, lauf!«, »Hannah und Ludwig. Heimatlos in Tel Aviv« und »Rafi, Judenbub« mache Seligmann Geschichte und jüdisches Leben in Deutschland literarisch erlebbar, sagte der Direktor der Landeszentrale, Bernhard Kukatzki, der auch der Preisjury angehört. Dabei verbinde der Autor »persönliches Erleben, erzwungene Emigration durch den Nationalsozialismus, das Leben im neu gegründeten Israel und die Remigration in die junge Bundesrepublik treffend, historisch korrekt und mitfühlend«.

Preis würdigt Holocaust-Überlebende Gerty Spies

Der 78-jährige Seligmann wurde in Tel Aviv geboren und lebt als freier Journalist und Publizist in Berlin. Er veröffentlichte Essays, Biografien und Romane und setzt sich gegen Rassismus, Antisemitismus und rechte Gewalt ein.

Der seit 1996 vergebene Gerty-Spies-Literaturpreis ist nach der in Trier geborenen Schriftstellerin und Holocaust-Überlebenden Gerty Spies (1897-1997) benannt. Bisherige Preisträger waren unter anderen Eva Menasse, Navid Kermani, Peter Härtling, Juli Zeh und die deutsch-amerikanische Illustratorin Nora Krug. Der Gerty-Spies-Literaturpreises 2026 wird am 21. Oktober in Mainz verliehen. epd

Kommentar

Fair Play – es sei denn, es geht um Israel

Irlands Nationalspieler verweigern Israelis den Handschlag, diskutieren darüber, ob sie überhaupt gegen sie antreten wollen – und die UEFA schweigt. So funktioniert die schleichende Etablierung von Antisemitismus als Akt des vermeintlichen humanitären Widerstandes

von Dorothea Schupelius  02.10.2026

Aufgegabelt

Gitti

Unser Rezept der Woche!

 01.10.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Imanuel Marcus, Katrin Richter  02.10.2026 Aktualisiert

Madrid

Kritik an Zara wegen Halloween-Kostüm mit Ähnlichkeit zu KZ-Kleidung

Die Hintergründe

 01.10.2026

Aufruf

Rapper Danger Dan: Man darf sich von Angst nicht lähmen lassen

Das ZDF untersagte im Sommer den Auftritt von Danger Dan und Igor Levit mit ihrem Song »Keine Angst« in der Satire-Sendung »Die Anstalt«. Doch das Lied motivierte andere, aktiv zu werden gegen Neonazi-Umtriebe

von Barbara Just  01.10.2026

Kalifornien

Israelischer Schauspieler Guy Kapulnik stirbt bei Flugzeugabsturz

Parallel zur Schauspielerei entwickelte sich das Fliegen zu einem zentralen Bestandteil seines Lebens

 01.10.2026

»NAZA«

Die Banalität der Propaganda

Der umstrittene Film über Israels digitale Kriegsführung in Gaza beherrscht das Spiel mit Gefühlen. Ein Versuch, sachlich zu bleiben

von Sophie Albers Ben Chamo  30.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  30.09.2026

Fernsehen

Adolf und seine »Akte«

Die fünfte Staffel von »Babylon Berlin« spielt 1933 zur Zeit von Hitlers Machtergreifung. Unterhaltung mit politischem Anspruch, aber stimmen die Fakten?

von Ayala Goldmann  30.09.2026