Israels Ex-Generalstabschef Gadi Eisenkot hat versprochen, die Herrschaft der islamistischen Terrororganisation Hamas im Gazastreifen binnen 18 Monaten zu beenden, sollte er Ministerpräsident werden. Der wichtigste Rivale des amtierenden Regierungschefs Benjamin Netanjahu warf diesem vor, auch drei Jahre nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober die Kriegsziele nicht erreicht zu haben.
Die Bedrohungen an allen Kriegsfronten dauerten an, sagte Eisenkot vor Journalisten an der Grenze zum Gazastreifen. Der 66-jährige Vorsitzende der Partei Jaschar (hebräisch für »geradeaus«), die in der politischen Mitte angesiedelt ist, erinnerte an seinen Sohn und zwei seiner Neffen, die im Gaza-Krieg gefallen waren.
»Innerhalb von 18 Monaten nach meinem Amtsantritt als Ministerpräsident wird die Hamas nicht mehr über den Gazastreifen herrschen«, sagte Eisenkot nach Angaben des Nachrichtenportals »ynet«. Man werde den militärischen Arm der Hamas zerschlagen.
Solange Netanjahu an der Macht sei, werde auch die Hamas an der Macht bleiben, sagte er. »Drei Jahre nach dem 7. Oktober ist die Hamas noch immer der Machthaber im Gazastreifen.« Schwerwiegende Versäumnisse seien kein unabwendbares Schicksal.
Schlagabtausch vor der Parlamentswahl
Netanjahus rechtskonservative Likud-Partei reagierte mit einer spöttischen Frage an Eisenkot: »Wie willst du die Hamas stürzen, ohne die Erlaubnis deiner Partner Mansur und Tibi?« Gemeint sind die arabischen Abgeordneten Mansur Abbas und Ahmed Tibi.
Nach Meinungsumfragen können weder das Lager Netanjahus noch die Opposition bei der Wahl am 27. Oktober mit einer absoluten Mehrheit rechnen. Die arabischen Parteien könnten daher eine entscheidende Rolle bei der Regierungsbildung spielen. Mehrere jüdische Parteien - auch der Opposition - lehnen eine Koalition mit ihnen jedoch ab. Netanjahus Hauptrivale Eisenkot gilt als geradlinig und integer, zugleich aber als wenig charismatischer Politiker.
Netanjahu hatte im Krieg gegen die Hamas wiederholt einen »absoluten Sieg« über die islamistische Terrororganisation versprochen. Die Hamas kontrolliert jedoch weiterhin etwa die Hälfte des Gazastreifens und rekrutiert laut Medienberichten neue Terroristen. dpa/ja