Diese Maschine musste wieder umdrehen. Ein Frachtflug von Ethiopian Airlines, der Montagnacht von Addis Abeba in Richtung Tel Aviv gestartet war, musste zu seinem Ausgangspunkt zurückkehren. Der Grund: Einer der Piloten besaß die indonesische Staatsangehörigkeit. Indonesien ist ein mehrheitlich muslimisches Land, das keine diplomatischen Beziehungen zu Israel unterhält.
Das Flugzeug befand sich bereits auf dem Weg zum Ben-Gurion-Flughafen, als die Besatzungsliste – die erst nach dem Start übermittelt worden war – einging und überprüft wurde. Eine Kontrolle durch israelische Behörden enthüllte die Nationalität eines der Piloten, woraufhin dem Flugzeug die Einflugerlaubnis in den israelischen Luftraum und die Landung in Israel verweigert wurden.
Pilot musste ausgetauscht werden
Der Flug, der sich zu diesem Zeitpunkt seit etwa einer Stunde in der Luft und noch im äthiopischen Luftraum befand, erhielt die Anweisung umzukehren und landete wieder in Addis Abeba. Nach der Landung wurde die Fluggesellschaft angewiesen, den indonesischen Piloten durch ein anderes Besatzungsmitglied zu ersetzen, sofern der Flug nach Israel fortgesetzt werden sollte.
Die Fluggesellschaft nahm den Austausch vor, und kurz darauf startete das Frachtflugzeug erneut in Richtung Tel Aviv, und dieses Mal gab es keine Störungen, so israelische Medienberichte. Ethiopian Airlines bezeichnete den Vorfall als Versehen und erklärte, man habe nicht gewusst, dass der betreffende Pilot nicht für Flüge nach Israel zugelassen sei.
Der Vorfall ereignete sich rund zwei Wochen nach der Vereitelung eines Terroranschlages auf einen Flydubai-Flug aus den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Israel, bei dem ein Pilot aus dem Oman geplant hatte, die Maschine am Flughafen Ben-Gurion zum Absturz zu bringen.
Wachsende Kritik an Arbeitsweise der Sicherheitsabteilung des Verkehrsministeriums in Jerusalem
Dieser Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund wachsender Kritik innerhalb der Sicherheitsbehörden an der Arbeitsweise der Sicherheitsabteilung des Verkehrsministeriums in Jerusalem.
Mittlerweile wird eine umfassende Überprüfung des Vorgehens dieser Abteilung gefordert. Angeblich hatte der Inlandsgeheimdienst Schin Bet bereits im Vorfeld vor Sicherheitsmängeln an emiratischen Flughäfen gewarnt. Gegen zwei Mitarbeiter der betreffenden Abteilung wird derzeit polizeilich ermittel
Unterdessen bekommen die Passagiere weiterhin die Auswirkungen dieser Angelegenheit zu spüren. Flydubai ist es derzeit untersagt, Flüge nach Israel wieder aufzunehmen.