Studium
In Israel hat das akademische Jahr 2026/27 begonnen. Die Bar-Ilan-Universität begrüßte neue Studierende auf dem Campus. Eine von ihnen ist Yael Berger, die in Berlin aufwuchs und später Alija machte. Sie habe schon lange Jura studieren wollen, doch gezögert, sich als Neuankömmling für das Programm auf Hebräisch einzuschreiben. Dann erfuhr sie vom englischsprachigen Angebot. »Als ich von dem Programm an der Bar-Ilan hörte, schien es perfekt zu passen. Ein strukturierter Rahmen auf Englisch ist wirklich hilfreich und beruhigend.«
Korruption
Der Bürgermeister von Kfar Saba, Rafi Saar, seine Ehefrau sowie 15 weitere Personen sind unter Korruptionsverdacht festgenommen worden. Vorausgegangen waren über ein Jahr andauernde Ermittlungen der Betrugsabteilung der Polizei-Sondereinheit Lahav 433. Die Behörden gehen davon aus, dass Saar sowie weitere hochrangige Amtsträger und Geschäftsleute in schwere Fälle von Bestechung, Betrug und Veruntreuung verwickelt sind. Die Verdächtigen hätten öffentliche Ausschreibungen manipuliert, um Aufträge rechtswidrig an lokale Unternehmer zu vergeben – als Gegenleistung für Vergünstigungen und Bestechungsgelder, die vorwiegend in bar gezahlt wurden, so die Polizei. Bei den Ausschreibungen habe es sich um Schekel-Summen in Millionenhöhe gehandelt.
Aquädukt
Bei Ausgrabungen der Israelischen Altertumsbehörde südlich des Kibbuz Ramat Rachel ist ein 300 Meter langer Abschnitt des unteren Aquädukts von Jerusalem freigelegt worden. Das Bauwerk aus der Zeit der Hasmonäer war Teil eines ausgeklügelten Systems, das Quellwasser aus der Region Gusch Etzion über die sogenannten »Salomonsteiche« auf einer Strecke von rund 21 Kilometern zum Tempelberg leitete. Das Aquädukt sei »ein beeindruckendes ingenieurtechnisches Bauwerk und so durchdacht geplant, dass es bis vor etwa 100 Jahren in Betrieb blieb«, so die Grabungsleiter Benyamin Storchan und Gil Freid.
Iran
Der Iran ist offenbar weiterhin in der Lage, Raketen und Drohnen zu produzieren. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf anonyme westliche Offizielle. Weiter heißt es, dass Russland die Islamische Republik mit Raketenlieferungen unterstütze. Der Bericht kommt inmitten anhaltender Spannungen zwischen Washington und Teheran und wenige Tage nachdem US-Medien berichtet hatten, das US-Militär bereite sich auf eine Wiederaufnahme der Kampfhandlungen vor. Unterdessen berichtete die israelische Zeitung »Ma’ariv«, dass die USA Israel zuletzt dazu gedrängt hätten, eigenständig Angriffe auf den Iran zu starten – ohne Teilnahme des US-Militärs.
Presse
Der Korrespondentin der »tageszeitung« (»taz«), Serena Bilanceri, ist ein Arbeitsvisum verweigert worden. Die israelische Regierung habe der Journalistin auch die Einreise versagt, teilte die »taz« mit. »Wir werten dies als erheblichen Eingriff in die Pressefreiheit. Die Regierung Netanjahu verlässt damit den Boden der demokratischen Rechtsstaatlichkeit.« Eine Begründung für die Entscheidung sei nicht genannt worden. Laut Berichten israelischer Medien sollen unter anderem Kommentare zur Siedlergewalt im Westjordanland der Grund sein.