Kompakt

Trauer, Solidarität, Wahl

Igor Tokar (1938–2020) sel. A. Foto: Jüdische Gemeinde Magdeburg

Magdeburg

Der Mitbegründer und Vorsitzende der Liberalen Jüdischen Gemeinde zu Magdeburg e.V., Igor Tokar, ist am 24. September im Alter von 82 Jahren gestorben. Die Mitglieder der Gemeinde trauern um ihren energischen »Macher«. Tokar wurde in Odessa geboren und kam als »Kontingentflüchtling« nach Deutschland. Hier habe er endlich »nach den Gesetzen und Gebräuchen seiner Vorfahren leben können«, erklärt seine Tochter Larisa Korshevnyuk. Ausdruck dessen war die Gründung der liberalen Gemeinde im Oktober 2005. Die Gemeinde um Igor Tokar hatte sich aus Unzufriedenheit mit der Entwicklung in der Synagogengemeinde Magdeburg von dieser abgespalten. Er habe sich in und mit der Gemeinde und in Deutschland insbesondere in Magdeburg und Sachsen-Anhalt wohlgefühlt, betont Korshevnyuk. Dank gebühre dem »großen Freund der Gemeinde«, Alexander Tesler, für seine stete Unterstützung der Gemeinde. Es mache Korshevnyuk sehr traurig, dass ihr Vater das 15-jährige Jubiläum der Gemeinde nicht mehr erleben konnte. Sie und der Vorstand wollen die Geschäfte und den Zusammenhalt der Mitglieder, den sie wie in einer Familie empfinde, in Igor Tokars Sinne weiterführen. ja

Heidelberg

Ein Zeichen friedlichen Miteinanders der Menschen und der Religionen haben Heidelberger Bürger gesetzt. Rund 80 Personen haben am Sonntagabend eine Menschenkette um die Synagoge gebildet. Der evangelische Dekan Christof Ellsiepen hatte spontan die Idee entwickelt und per E-Mail, über soziale Medien und im Gottesdienst zu der Solidaritätskundgebung aufgerufen. »Diese sichtbare Solidarität empfinden wir als sehr gut und angenehm«, sagte Gemeinderabbiner Jona Pawelczyk-Kissin der Jüdischen Allgemeinen. Er danke dem Dekan ausdrücklich. Antisemitismus wie beim Anschlag in Halle vor einem Jahr oder von Hamburg an Sukkot erfahre man in Heidelberg nicht. Der Angriff auf einen jüdischen Studenten im Verbindungshaus der Normannia-Burschenschaft sei eine seltene Ausnahme gewesen. ja

Frankfurt

Die Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Frankfurt haben ihren bisherigen Vorstand bestätigt. Am 21. September wurden Salomon Korn als Vorstandsvorsitzender sowie Benjamin Graumann, Marc Grünbaum, Leo Latasch und Harry Schnabel wiedergewählt. Vorsitzender des Gemeinderates ist Andrei Mares. Auch Miriam Adlhoch wurde als stellvertretende Gemeinderatsvorsitzende bestätigt, ebenso Boris Milgram als Schriftführer. Leo Latasch und Harry Schnabel wurden ins Direktorium delegiert. ja

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