Heidelberg

Hochschule für Jüdische Studien: Burschenschaften sollen sich positionieren

Blick auf das Haus der Burschenschaft Normannia Foto: dpa

Die Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg hat die deutschen Burschenschaften aufgefordert, sich klar zu dem antisemitischen Vorfall in einer schlagenden Verbindung vor knapp zwei Wochen zu positionieren.

LANGE LISTE »Kommt da jetzt eine Reaktion - wenn nicht, würde Schweigen auch etwas aussagen«, meinte Vize-Rektor Frederek Musall. Er sei schockiert von den Ermittlungen zu einem offenbar judenfeindlichen Übergriff in der Heidelberger Burschenschaft Normannia. Die »Menschen herabsetzenden Rituale«, bei denen ein Gast mit jüdischen Vorfahren bei einer Feier der Normannia mit Gürteln geschlagen, mit Münzen beworfen und antisemitisch beleidigt worden sein soll, gehörten nicht in das 21. Jahrhundert.

Zugleich sei er aber von dem Übergriff nicht überrascht, sei er doch einer auf einer langen Liste antisemitischer Attacken aus jüngster Zeit.

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung gegen sieben Männer und eine Frau. Sie sollen den 25-Jährigen bei einer Feier am 29. August angegriffen haben. Der Mann hatte noch am selben Tag Strafanzeige erstattet.

Zunächst hatte der Altherrenverein der Normannia auf der Webseite der Burschenschaft die Auflösung der Aktivitas bekanntgegeben. Nachdem zahlreiche Medien, darunter auch diese Zeitung, über den Vorfall berichtet hatten, stellte der Vorsitzende der Alten Herren der Normannia, Gunnar Heydrich, eine Erklärung auf die Webseite, in der er sich von jeglichem Antisemitismus distanzierte und Aufklärung forderte. dpa/ja

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