Showbusiness

Eine große Verschwörung

Der ehemalige Dior-Designer John Galliano, der Ende Februar Gäste einer Bar im Pariser Szene-Viertel Marais antisemitisch beleidigt hatte, befindet sich im Showbusiness damit in »bester Gesellschaft«.

Schon 2006 äußerte sich der amerikanische Hollywood-Star Mel Gibson judenfeindlich. Der angetrunkene Schauspieler wurde auf dem Pacific Coast Highway von einer Verkehrskontrolle gestoppt und sagte zu einem Polizisten: »Die Juden sind für alle Kriege in der Welt verantwortlich.« Wenige Tage später bereute Gibson seine Äußerungen.

Sein unmittelbarer Kollege, der Regisseur Oliver Stone, schaffte es mit seinen antisemitischen Äußerungen unter die Top-Ten der judenfeindlichen Sprüche 2010 des Simon Wiesenthal Centers. Stone, der mit Filmen wie Apocalypse Now oder Wall Street riesige Erfolge feierte, sagte im Juli 2010, dass Hitler den Russen viel mehr Leid zugefügt habe als den Juden. Außerdem beschwerte sich Stone über die »jüdische Vorherrschaft in den US-Medien«.

Auch Julian Assange von der Enthüllungsplattform Wikileaks dachte kürzlich laut über eine mediale jüdische Verschwörung nach. Der Australier soll sich in einem Gespräch mit Ian Hislop, dem Chefredakteur des britischen Satire-Magazins Private Eye, über einen gegen ihn gerichteten Artikel beschwert haben, durch den er Opfer einer Kampagne jüdischer Journalisten geworden sei.

Zurück ins Showbusiness und damit zu Charlie Sheen, der in den vergangenen Wochen nicht nur mit Alkohol, Frauen und der Aussage, er sei ja selbst Jude, habe es aber irgendwie vergessen, auf sich aufmerksam gemacht hat. Sondern auch damit, dass er den Produzenten der erfolgreichen Sitcom Two and a Half Men, Chuck Lorre, im Moment größter Unstimmigkeiten bei seinem Geburtsnamen Chaim Levine genannt haben soll. Das brachte Charlie Sheen eine Rüge der Anti Defamation League ein.

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