SEIT VIER JAHREN ENTFÜHRT

Solidarisch mit Gilad Shalit

Kundgebungen in europäischen Städten

01.07.2010 – von Lukas DreifussLukas Dreifuss

Auf facebook teilen Auf twitter teilen Auf google+ teilen per E-Mail schicken

Genau vier Jahre sind vergangen, seit der israelische Soldat Gilad Schalit gekidnappt wurde. Seitdem hält ihn die Hamas als Geisel fest. Vergangene Woche haben in mehreren europäischen Städten Solidaritätskundgebungen für den heute 23-Jährigen stattgefunden.

In Paris demonstrierten am Dienstag vergangener Woche rund 10.000 Menschen für seine Freilassung. Am Mittwochabend schalteten die beiden großen Zürcher Stadtkirchen, das Fraumünster und das Großmünster, die Außenbeleuchtung für ein paar Minuten aus, um ihre Solidarität zu bekunden. Rund 70 Personen versammelten sich in der Altstadt, nachdem sich verschiedene jüdische Organisationen in der Schweiz spontan für die Aktion stark gemacht hatten. »Ein Akt jüdischer Solidarität«, sagte Eduard Rosenstein von der Augustin-Keller-Loge.

Licht aus Am Donnerstagabend nahmen in Rom an einer Veranstaltung vor dem Kolosseum rund 4.000 Personen teil. Schalit ist seit einem Jahr Ehrenbürger der italienischen Hauptstadt. Politiker verschiedener Parteien forderten die Freilassung des gekidnappten Soldaten und verteidigten das Existenzrecht Israels. Mit dabei war auch Noam Schalit, der Vater der Geisel. Die Lichter des Kolosseums wurden um 23 Uhr ausgeschaltet – zeitgleich zu Beginn der Mitternachts-Gedenkveranstaltungen in Tel Aviv.

Die Organisatoren zeigten ein Video, in dem jüdisch-italienische Grundschulkinder die Geschichte Als der Haifisch und der kleine Fisch sich zum ersten Mal trafen lesen. Gilad soll die Geschichte geschrieben haben, als er elf Jahre alt war.

Zusammenstöße Nach der Veranstaltung kam es zu gewaltsamen Zusammenstößen mit Gegendemonstranten, die in der Nähe eine Veranstaltung für palästinensische Gefangene durchführten. Mehrere Personen wurden bei den Auseinandersetzungen verletzt. Laut dem Sprecher der jüdischen Studentenorganisation UGEI, Edoardo Amati, wurden Juden auf dem Heimweg als »Faschisten« und »Mörder« beschimpft und mit Messern und Ketten angegriffen. Die pro-palästinensische Seite bestreitet dies. Am selben Tag fanden auch in Mailand, Florenz, Varese und Turin Gedenkfeiern statt.

In New York hat vergangenen Donnerstag eine, so die Organisatoren, »echte Friedens-Flottille« stattgefunden. Sie soll an die Geiselhaft Gilad Schalits erinnern. Mehrere Schiffe, darunter ein Passagierboot und einige Yachten, umkreisten die Freiheitsstatue und fuhren dann weiter zum UNO-Hauptgebäude.

Auf facebook teilen Auf twitter teilen Auf google+ teilen per E-Mail schicken
Jüdische Allgemeine ePaper
Die Wochenzeitung als ePaper
Cover der Jüdische Allgemeinen vom 08.11.2018

Ausgabe Nr. 45
vom 08.11.2018

Zum Angebot

Fotostrecken

70 Jahre Israel

In diesem Jahr feiert Israel seinen 70. Geburtstag. Am 5. Ijar 5708, dem 14. Mai 1948, wurde der jüdische Staat gegründet.

5. Ijar 5708/14. Mai 1948

Zum Dossier

Wieso Weshalb Warum

Religiöse Bräuche und Begriffe

mehr…

Sprachgeschichte(n)

Über die Herkunft gängiger Wörter wie Pleite, Knast und Polente

mehr…

Anzeige

Gottesdienste

Gottesdienste in den Jüdischen Gemeinden

Glossar

Glossar

Gemeinden

Juedische Gemeinden

Service

Service

Wetter

Wetter - Herbst
Berlin
7°C
wolkig
Frankfurt
7°C
nebel
Tel Aviv
17°C
wolkig
New York
4°C
wolkig
Zitat der Woche
»So wie Neurologen Reflexe testen mit ihrem Hämmerchen,
schlagen manche sofort mit dem Knie aus,
wenn die israelische Politik kritisch behandelt wird.«
Knut Cordsen, Moderator des Bayerischen Rundfunks, im Gespräch
mit dem umstrittenen Karikaturisten Dieter Hanitzsch