Osnabrück

Schöne neue Welt

Eindrücke von der Eröffnung des neuen Gemeindezentrums

11.02.2010 – von Heide SobotkaHeide Sobotka

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Zentralratspräsidentin Charlotte Knobloch zeigt sich auch eher als Freundin denn als jüdische Funktionsträgerin, als sie zu Michael Grünberg gewandt sagt: »Als ich Sie heute begrüßte, wusste ich welche Empfindungen Sie haben.« Sie kennt die Sorgen um einen Hausbau, schließlich hat sie mit der Ohel-Jakob-Synagoge im November 2006 selbst das Gemeindezentrum in München eröffnen können. Sie weiß aber auch, dass ein solches Unternehmen ohne Freunde nicht gelingt und wendet sich namentlich mit ihrem Dank an den Landesvorsitzenden Michael Fürst sowie an seine Vorstandskolleginnen Sara-Ruth Schumann aus Oldenburg und Renate Wagner-Redding aus Braunschweig, die mit Rat, Tat und Erfahrung mitgeholfen hatten.

Zufriedenheit Michael Grünberg, Gastgeber des Nachmittags aber fällt ein Stein vom Herzen. Sein Spruch, den er als 14-Jähriger formulierte, als er sich die Osnabrücker Synagoge mal so genauer betrachtet habe, sei durchaus in Erfüllung gegangen: »Der Laden ist nicht schlecht, aus dem kann man etwas machen.« Er hat etwas daraus gemacht. Die Basis dazu aber habe sein Vorgänger Ewald Aul gelegt. »Sie haben das Licht der Hoffnung nie erlöschen lassen«, bedankte sich Grünberg bei Aul.

Dass sich die Synagoge mit Leben und im jüdischen Sinne mit Geist erfüllen möge, das wünschte ihm Landesrabbiner Jonah Sievers von Herzen. Zwar sei heute die Eröffnung eines jüdischen Gemeindehauses nichts Singuläres mehr, ein Wunder bleibe es trotzdem. Nun müsse die Osnabrücker Gemeinde dafür sorgen, dass der Bau nicht nur wegen seiner wunderschönen Architektur, sondern auch wegen seiner jüdischen Spiritualität gerühmt werde.

Pflege Rabbiner Avichai Apel entrichtet einen Gruß von der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschlands. Er ruft das Bild vom Neujahrsfest der Bäume in Erinnerung. »Der Samen ist in der Erde, jetzt muss er bewässert und gepflegt werden.« Gemeinderabbiner Shmuel Großberg empfindet diesen Tag als etwas ganz Großes und Einmaliges im Leben eines Rabbiners. Er bedankt sich für die katholische Gastfreundschaft und stellt eine Beziehung zum Wochenabschnitt Beschalach her. »Er erzählt davon, wie Gott das Volk durch das Rote Meer ziehen ließ, damit es aus dem Exil nach Hause zurückkehren kann. Wir kehren heute aus dem freiwilligen Exil nach Hause zurück.«

Architekt Alfred Jacobi bedankt sich für das Vertrauen, das die Gemeinde in ihn gesetzt habe, indem sie ihm den Auftrag zum Umbau gegeben hat. Er habe sich bemüht, es nach den strengsten Regeln der Benutzer zu bauen. Er hoffe, dass das Zentrum ein Haus der Gemeinschaft werde. Der Gemeinde wünscht er, dass sie vielleicht bald wieder einen Architekten brauche, der wie er den Bau seines Vorbildes Zvi Guttmann einreißen und wieder aufbauen müsse, weil er für sie zu klein geworden ist. Jacobi übergibt mit dem Generalschlüssel symbolisch das Gebäude an Michael Grünberg.

Zu klein ist das neue Gemeindezentrum schon am Tag seiner Eröffnung, zu klein, um alle 1.000 Gemeindemitglieder begrüßen zu können. Nur einige wenige sind zum Festakt geladen. Alle anderen wurden zum Schabbat-Gottesdienst erwartet.


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