Abschluss

Abi mit 1,37

Schülerinnen der Jüdischen Traditionsschule Or Avner haben den besten Notendurchschnitt in ganz Berlin

19.07.2018 – von Jérôme LombardJérôme Lombard

Auf facebook teilen Auf twitter teilen Auf google+ teilen per E-Mail schicken

Sie sind Berlins beste Abiturientinnen 2018: Die sechs Schülerinnen der zwölften Klasse der Jüdischen Traditionsschule Or Avner am Spandauer Damm in Berlin-Charlottenburg.

Mit einem Notendurchschnitt von 1,37 belegte die vom Jüdischen Bildungszentrum Chabad Lubawitsch getragene Schule den ersten Platz im Abi-Noten-Ranking der Hauptstadt vor dem Französischen Gymnasium (1,67) und der privaten Berlin Cosmopolitan School (1,72). Berlinweit liegt der Notendurschnitt der 14.400 Abiturienten bei 2,4.

Stolz Die Leiterin der Jüdischen Traditionsschule, Heike Michalak, freut sich über das tolle Ergebnis ihrer Abschlussklasse. »Ich bin unendlich stolz auf die Schülerinnen«, sagt sie. Die gute Leistung zeige, dass der Ansatz der Schule, gelebtes Judentum mit modernen Bildungsmethoden zu kombinieren, einwandfrei funktioniere.

Die Jüdische Traditionsschule Or Avner wurde 2005 gegründet und verfügt über eine Grundschule sowie einen gymnasialen Zweig. Damit ist sie neben dem Jüdischen Gymnasium Moses Mendelssohn in Berlin-Mitte eine von zwei jüdischen Oberschulen in Berlin. »Wir wollen dem einzelnen Schüler durch so viel individuelle Betreuung wie möglich einen guten Start ins Leben ermöglichen«, sagt Schulleiterin Michalak. Dank kleiner Klassen sei es möglich, kompetenzorientiert zu unterrichten.

Konzept »Wir gehen so weit wie möglich nach den Interessen der Jugendlichen.« Man lege besonderen Wert auf die charakterbildende Funktion von Bildung, erläutert Michalak. »Wir stellen den moralischen und ethischen Wert von Bildung ins Zentrum unserer Lernphilosophie.« Die Vermittlung der jüdischen Religion und Tradition gehe dabei Hand in Hand mit der Lehre der profanen Unterrichtsfächer.

Zum ersten Mal konnte eine Prüfung im Leistungskursfach Hebräisch abgelegt werden. »Das war in Berlin und Deutschland einmalig«, sagt Michalak. Mit dem geplanten Bau des »Pears Jüdischer Campus« setze man in naher Zukunft den nächsten Meilenstein in der jüdischen Bildungslandschaft.

Atmosphäre Die frisch gebackene Abiturientin Sonia Malkov ist traurig, dass ihre Schulzeit jetzt vorbei ist. »In meiner Klasse herrschte eine sehr familiäre und motivierende Lern­atmosphäre«, sagt die 17-Jährige, die ihr Abi­tur mit 1,0 bestanden hat. Natürlich habe es nicht immer nur Spaß gemacht, es sei auch eine Menge Arbeit gewesen. »Es war ein harter Weg bis zum Abi.« Trotzdem sei sie immer gerne zur Schule gegangen, sagt Malkov. »Die Lehrer haben uns als eigenständige Personen wahrgenommen und individuell gefördert.«

Nach den Sommerferien möchte Sonia Malkov für ein Jahr nach Israel gehen und an einem Bildungsseminar für jüdische Studien teilnehmen. Danach möchte sie studieren. »Momentan schwanke ich zwischen Medizin und Management«, sagt sie. »Aber mal schauen, was es am Ende tatsächlich wird.« Mit ihren Klassenkameradinnen möchte Sonia Malkov auf jeden Fall in Kontakt bleiben.

Auf facebook teilen Auf twitter teilen Auf google+ teilen per E-Mail schicken
Jüdische Allgemeine ePaper
Die Wochenzeitung als ePaper
Cover der Jüdische Allgemeinen vom 16.08.2018

Ausgabe Nr. 33
vom 16.08.2018

Zum Angebot

Fotostrecken

70 Jahre Israel

In diesem Jahr feiert Israel seinen 70. Geburtstag. Am 5. Ijar 5708, dem 14. Mai 1948, wurde der jüdische Staat gegründet.

5. Ijar 5708/14. Mai 1948

Zum Dossier

Wieso Weshalb Warum

Religiöse Bräuche und Begriffe

mehr…

Sprachgeschichte(n)

Über die Herkunft gängiger Wörter wie Pleite, Knast und Polente

mehr…

Anzeige

Gottesdienste

Gottesdienste in den Jüdischen Gemeinden

Glossar

Glossar

Gemeinden

Juedische Gemeinden

Service

Service

Wetter

Wetter - Sommer
Berlin
16°C
heiter
Frankfurt
13°C
heiter
Tel Aviv
25°C
heiter
New York
22°C
regen
Zitat der Woche
»Besuchen Sie Karol Wojtylas Geburtsort, das Schwarze-
Madonna-Heiligtum in Czestochowa, das ehemalige
deutsche Nazi-Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau.«
Aus der Einladung zu einem Kongress für Religionstourismus und Pilgerfahrten in Krakau