Deutsch-Israelischer Weingipfel

Traubensaft als Botschafter

Winzer und Experten haben sich in Berlin getroffen

15.05.2018 – von Ralf BalkeRalf Balke

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In Berlin gab es am Montag gleich drei gute Gründe, »L’Chaim« zu sagen. »Schließlich wurde vor genau 70 Jahren der Staat Israel gegründet. Zugleich feiern wir zehn Jahre Twin Wineries und darüber hinaus den 3. Deutsch-Israelischen Weingipfel«, sagte Renée Salzmann, die Initiatorin des Treffens, voller Stolz.

Denn offensichtlich ist ihr Konzept, das sich ganz an dem Vorbild des Erfolgsmodells der Städtepartnerschaften orientiert, aufgegangen: Winzer aus Deutschland und Israel arbeiten zusammen, um nicht nur voneinander zu lernen und gemeinsam die Qualität ihrer Weine zu steigern, sondern auch ganz nebenbei das Land und die Kultur des anderen kennenzulernen.

Rund 20 dieser Partnerschaften gibt es mittlerweile. Jedes Jahr kommen neue hinzu. Und das Interesse ist – so beweist es der volle Konferenzsaal – gewaltig.

Tel Aviv »Ein Grund dafür dürfte wohl die Tatsache sein, dass es mal nicht um die große Politik oder Hightech-Unternehmen geht, sondern um guten Geschmack und Genuss«, lautet dafür die Erklärung von Grisha Alroi-Arloser, Geschäftsführer der Deutsch-Israelischen Handelskammer in Tel Aviv.

Startschuss war 2008, als auf der Fachmesse ProWein in Düsseldorf erstmals israelische Winzer mit von der Partie waren. Damals schlossen das Weingut Heymann-Löwenstein aus Winningen an der Mosel und Margalit Winery aus Binyamina die erste deutsch-israelische Winzerpartnerschaft. Daraus wurde ein Selbstläufer.

Große Weingüter in Deutschland wie die Hessischen Staatsweingüter kooperieren seither mit israelischen Partnern, die quantitativ in der gleichen Liga spielen, kleine Familienbetriebe aus der Pfalz oder dem Rheingau fanden ihr Pendant auf dem Golan oder im Negev.

Ohne Zweifel: Das deutsch-israelische Netzwerk besteht aus Fachleuten, die ihr Handwerk verstehen und mit viel Herzblut bei der Sache sind. Doch eines unterscheidet sie von manch anderen ihrer Art, und das konnte man in Berlin deutlich spüren: der professionelle und zugleich sehr informelle Umgang miteinander. Darauf noch ein L’Chaim.

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