München

»Widerlicher antisemitischer Vorfall«

Unbekannte sprühen Davidsterne auf Wohnhaus jüdischer Familien – die Polizei ermittelt

14.01.2016 – von Helmut ReisterHelmut Reister

Auf facebook teilen Auf twitter teilen Auf google+ teilen per E-Mail schicken

Mit Bestürzung und Verunsicherung haben die Mitglieder der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern auf einen mutmaßlich antisemitischen Vorfall reagiert. Unbekannte Täter hatten in der vergangenen Woche ein Wohnhaus in München-Untersendling, in dem jüdische Familien wohnen, mit mehreren Davidsternen beschmiert.

»Sollte sich herausstellen, dass der oder die Täter bewusst das Haus kennzeichnen wollten, weil es vermeintlich von jüdischen Menschen bewohnt oder besessen wird, so wäre das ein besonders widerlicher antisemitischer Vorfall in München«, erklärte IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch in einer Stellungnahme.

judenhass »Seit Langem beobachten wir, dass Judenfeindlichkeit immer offener und ungenierter im öffentlichen Raum artikuliert wird, sei es verbal, mit Schmierereien oder auch Gewalttaten. Antisemitismus ist längst wieder salonfähig, und solche Taten belegen diesen traurigen Trend«, so Knobloch weiter.

Nach Angaben der Polizei, die derzeit ermittelt, ereignete sich die Tat zwischen Dienstagmittag und Mittwochmorgen. Die Symbole in einer Größe von 60 mal 60 Zentimetern wurden mit blauer Farbe an drei Eingangstüren und zwei Außenwände gesprüht. Inzwischen hat der Hausmeister des Gebäudekomplexes die Wände von den Graffitis gereinigt.

Wie schon mehrfach in der Vergangenheit zeigte sich die IKG-Präsidentin in Zusammenhang mit diesem Vorfall besorgt über die wenig ausgeprägte Sensibilität für antijüdische Ressentiments in der Öffentlichkeit. »Eine schärfere Ächtung und Verurteilungen solcher Phänomene sind unerlässlich, um diesen Trend zu stoppen«, forderte Charlotte Knobloch.

Auf facebook teilen Auf twitter teilen Auf google+ teilen per E-Mail schicken
Jüdische Allgemeine ePaper
Die Wochenzeitung als ePaper
Cover der Jüdische Allgemeinen vom 19.07.2018

Ausgabe Nr. 29
vom 19.07.2018

Zum Angebot

Fotostrecken

70 Jahre Israel

In diesem Jahr feiert Israel seinen 70. Geburtstag. Am 5. Ijar 5708, dem 14. Mai 1948, wurde der jüdische Staat gegründet.

5. Ijar 5708/14. Mai 1948

Zum Dossier

Wieso Weshalb Warum

Religiöse Bräuche und Begriffe

mehr…

Sprachgeschichte(n)

Über die Herkunft gängiger Wörter wie Pleite, Knast und Polente

mehr…

Anzeige

Gottesdienste

Gottesdienste in den Jüdischen Gemeinden

Glossar

Glossar

Gemeinden

Juedische Gemeinden

Service

Service

Wetter

Wetter - Sommer
Berlin
18°C
wolkig
Frankfurt
18°C
heiter
Tel Aviv
24°C
heiter
New York
26°C
heiter
Zitat der Woche
»Ich habe lange gesagt, wir sind in Düsseldorf auf einer Insel
der Glückseligen. Das ziehe ich jetzt zurück.«
Michael Szentei-Heise, Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde
Düsseldorf, nach dem Angriff auf einen 17-jährigen Kippa-Träger