Wahl 2015

Netanjahu klarer Sieger

Der Likud erhält 30, die Zionistische Union 24 Sitze, drittstärkste Kraft: die Vereinigte Arabische Liste

Aktualisiert am 18.03.2015, 09:30 – von Sabine BrandesSabine Brandes

Auf facebook teilen Auf twitter teilen Auf google+ teilen per E-Mail schicken

Am Abend sah es noch so aus, als lägen der Amtierende Benjamin Netanjahu und sein Kontrahent Isaac Herzog von der Arbeitspartei mit jeweils 27 Sitzen gleichauf.

Doch über Nacht kam die Wende. Fast alle Stimmen sind ausgezählt, und der Likud kann 30 Sitze in der 20. Knesset auf sich vereinen. Damit sind auch die Spekulationen über eine Einheitskoalition der beiden großen Parteien vom Tisch. Herzog ist mit 24 Sitzen abgeschlagen – eine Regierung aus Likud mit rechten und religiösen Parteien ist so gut wie sicher.

Die Medien hatten ihn bereits abgeschrieben, und auch Netanjahu selbst schien in Panik, dass er aus diesen Wahlen als Verlierer hervorgehen würde. »Doch es war ein Sieg gegen jede Wahrscheinlichkeit«, sagte er noch in der Nacht. Er behielt recht.

Wahlkampf Dabei waren es vor allem die Rechtsparteien, die verloren – an den Likud. Denn die alteingesessene Partei fischte in den letzten Tagen des Wahlkampfes vor allem am rechten Rand: Bei Avigdor Liebermans Israel Beiteinu, die durch einen Korruptionsskandal unter die 3,25-Prozent-Hürde zu rutschen drohte, doch auch beim Koalitionspartner, dem nationalreligiösen Jüdischen Haus. Naftali Bennett erhielt statt der prognostizierten zwölf Sitze lediglich acht.

Die Wahlbeteiligung war so hoch wie in 15 Jahren nicht. Fast 72 Prozent gingen an die Urnen, um von ihrem demokratischen Recht Gebrauch zu machen.

bündnis Gewinner sind auch die Araber: Nach ihrem Bündnis wird die Vereinte Arabische Liste als drittstärkste Partei in die Knesset einziehen (14 Sitze). Gefolgt von Yair Lapids Jesch Atid (11), Kulanu (10), dem Jüdischen Haus (8), der religiösen Schas Partei (7), Israel Beiteinu (6), der ultraorthodoxen Degel Hatora (7) und Meretz (4). Eli Jischais Jachad hat die Hürde nicht überspringen können.

Die große politische Wende, die von vielen heimischen Medien beschrieben wurde, ist nicht eingetreten. Kampagnen der Gegner, die auf »alles – nur nicht Bibi« gesetzt hatten, wachten am Mittwochmorgen in einer bitteren Realität auf. Denn statt nach Hause zu gehen, sitzt der alte und neue Regierungschef nun noch fester im Regierungssattel.

Auf facebook teilen Auf twitter teilen Auf google+ teilen per E-Mail schicken
Jüdische Allgemeine ePaper
Die Wochenzeitung als ePaper
Cover der Jüdische Allgemeinen vom 15.11.2018

Ausgabe Nr. 46
vom 15.11.2018

Zum Angebot

Fotostrecken

70 Jahre Israel

In diesem Jahr feiert Israel seinen 70. Geburtstag. Am 5. Ijar 5708, dem 14. Mai 1948, wurde der jüdische Staat gegründet.

5. Ijar 5708/14. Mai 1948

Zum Dossier

Wieso Weshalb Warum

Religiöse Bräuche und Begriffe

mehr…

Sprachgeschichte(n)

Über die Herkunft gängiger Wörter wie Pleite, Knast und Polente

mehr…

Anzeige

Gottesdienste

Gottesdienste in den Jüdischen Gemeinden

Glossar

Glossar

Gemeinden

Juedische Gemeinden

Service

Service

Wetter

Wetter - Herbst
Berlin
4°C
wolkig
Frankfurt
10°C
heiter
Tel Aviv
25°C
wolkig
New York
5°C
wolkig
Zitat der Woche
»Mal sind es die Flüchtlinge, dann die
Islamisten, dann die Juden.«
Der Psychologe Klaus Weber in seinem Buch »Resonanzverhältnisse.
Zur Faschisierung Deutschlands« (Hamburg 2018)