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»Der jüdische Kardinal«

Ein Biopic zeigt den Geistlichen und seine strategische Rolle zwischen Christentum und Judentum

21.03.2013

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Aaron Jean-Marie Lustiger (1936–2007), Erzbischof von Paris, war ein außergewöhnlicher katholischer Kirchenmann. Der Sohn nach Frankreich eingewanderter polnischer Juden ließ sich als 14-Jähriger gegen den Willen seiner Eltern katholisch taufen, betonte aber sein Leben lang, dass er trotz der Konversion stets ein Sohn Israels geblieben sei.

Als Kardinal gehörte Lustiger, von Freunden »Lulu« genannt, zu den entschiedenen Reformatoren der Kirche in Frankreich, kämpfte gegen Rechtsextremismus, Klerikalismus und Dogmatismus. Ihm zu verdanken sind die Neustrukturierung der Priesterausbildung und des Theologiestudiums wie auch die Öffnung der Kirche für die Medien und die Gründung von katholischen Radio- und Fernsehsendern. Er war seit 1995 Mitglied der Académie Française und ein Hauptakteur in den jüdisch-katholischen Beziehungen.

herkunft Arte zeigt am Freitag, den 29. März, um 22.35 Uhr ein Biopic über den jüdischen Kardinal. Der Fernsehfilm des gebürtigen Israelis Ilan Duran Cohen konzentriert sich auf die Auseinandersetzung des Geistlichen mit seiner Herkunft und auf seine strategische Rolle zwischen Christentum und Judentum. Vor allem nach dem Tod seines Vaters und einem Besuch in Auschwitz gerät Lustiger in eine Auseinandersetzung mit den Widersprüchen seiner doppelten Identität.

Als 50 Jahre nach der Schoa ein Kloster im sogenannten »Theater« von Auschwitz – einem Gebäude in kirchlichem Besitz, das mit seiner Rückseite an die Umgebungsmauer des Lagers grenzt – eingerichtet wird, erregt dies in der jüdischen Welt gewaltigen Protest und Empörung. Lustiger (Laurent Lucas) muss Stellung beziehen, auch gegen seinen Freund und Förderer Papst Johannes Paul II. (Aurelién Recoing). ja

»Der jüdische Kardinal«. arte, Freitag, 29. März, 22.35 Uhr

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