Brit Mila

»Besondere Bedeutung für die jüdische Nation«

Israels Oberrabbiner Yona Metzger äußert sich in der Berliner Gemeinde zur Beschneidungsdebatte

Aktualisiert am 21.08.2012, 09:27 – von Detlef David KauschkeDetlef David Kauschke

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Israels Oberrabbiner Yona Metzger hat bei einem Vortrag in der Jüdischen Gemeinde zu Berlin am Montagabend »die besondere Bedeutung der Brit Mila für die jüdische Nation« betont. Es handele sich um eine mehr als 4.000 Jahre alte Tradition. Er wünsche sich, dass jeder Jude »als gleichberechtigter Bürger« in der Bundesrepublik leben könne und die Möglichkeit habe, dieses religiöse Gebot weiterhin einhalten zu können.

Diskussion Im Zusammenhang mit dem Urteil des Kölner Landgerichts sprach er von einem »sehr schweren Problem«. Metzger warnte vor den Folgen eines Verbots der Brit Mila. Es müsse verhindert werden, dass jemand, der seinem Gott dienen und seine religiöse Pflicht erfüllen will, ins Ausland gehen müsse. Er begrüße es, dass in demokratischer Weise über das Thema diskutiert werde. Jedoch sollten sich die Kritiker der jüdischen Beschneidungspraxis nicht nur um das vermeintliche Wohl des Kindes, »sondern auch um die Seele des jüdischen Volkes« sorgen, betonte der Oberrabbiner.

Metzger ist zu einem zweitägigen Besuch in der Stadt, um sich mit politischen Entscheidungsträgern zu treffen. Er wolle dabei einen Dialog führen, keinesfalls habe er die Absicht, richterliche Entscheidungen oder die gesellschaftliche Debatte infrage zu stellen. Er wolle vielmehr den Standpunkt aus religiöser Sicht vertreten. Am Montagabend sprach er bei einer »Not-Konferenz«, zu der die Jüdische Gemeinde und Chabad Lubawitsch eingeladen hatten.

Trauma Die Brit werde nach jüdischer Tradition bereits am achten Tag durchgeführt, in einer Zeit, in der – das sei auch von der modernen Wissenschaft belegt – das Neugeborene noch wenig Schmerzen empfinde. Erst jetzt in Deutschland sei er zum ersten Mal mit dem Vorwurf konfrontiert worden, dass ein Baby durch die Beschneidung ein Trauma erleiden würde. »Ich habe noch nie zuvor gehört, dass es einen Zusammenhang zwischen Beschneidung und Trauma geben soll.«

Er habe jedoch die verschiedenen Aspekte mit Rabbinern in Berlin diskutiert. Sein Vorschlag sei, dass entsprechend der israelischen Praxis nur lizensierte Beschneider eine Brit Mila durchführen sollten. Dementsprechend solle jeder in Deutschland tätige Mohel eine medizinische Schulung absolvieren, um dann ärztlicherseits und auch von einer rabbinischen Institution eine Lizenz zu erhalten. In Israel wird diese vom Oberrabbinat ausgestellt. Eine Betäubung vor der Beschneidung lehne er jedoch grundsätzlich ab.

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