Jüdische Allgemeine | 12.01.2018 | Sabine Brandes | https://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/30576

Terror

Familienvater ermordet

Anschlag im Westjordanland – Armee sucht nach Tätern

Ein sechsfacher Familienvater ist am Dienstagabend bei einem mutmaßlichen Terroranschlag ermordet worden. Noch gibt es keine näheren Angaben der Sicherheitskräfte zu dem oder den Tätern. Auf das Auto von Raziel Shevach wurde mehrfach geschossen, als er auf der Straße Nummer 60 durch das Westjordanland fuhr.

Der 35-jährige Mann wurde mit lebensbedrohlichen Verletzungen im Nackenbereich ins Krankenhaus von Kfar Saba eingeliefert, wo er jedoch kurz darauf verstarb.

Rettungskräfte Seine Frau berichtete den Rettungskräften auf dem Weg ins Krankenhaus, dass ihr Mann sie noch anrufen konnte, als er bereits schwer verwundet war. »Er sagte: ›Ich bin angeschossen worden. Ruf einen Krankenwagen.‹ Bitte betet für ihn.« Mehrere Ersthelfer, die kurz darauf eintrafen, versuchten noch, die Blutungen des Opfers zu stoppen.

Shevach arbeitete als Mohel und als Freiwilliger bei den Rettungskräften von Magen David Adom. Er lebte in der Siedlung Havat Gilad in der Nähe von Nablus. Sein jüngstes Kind ist erst acht Monate alt. Die Beerdigung findet am Mittwoch in Havat Gilad statt.

strassenblockaden Bei den »Preisschild-Vergeltungen« warfen im Anschluss an die Tat extremistische Siedler Steine auf vorbeifahrende Autos. Nach Angaben der Sicherheitskräfte wurden dabei vier Menschen leicht verletzt.

Währenddessen hat die Armee Straßenblockaden errichtet. Sie durchkämmt die Ortschaften auf der Suche nach dem oder den Tätern. Zusätzliche Kräfte wurden in das Gebiet geordert, sagte ein Sprecher. Stabschef Gadi Eizenkot besichtigte den Tatort am Mittwochmorgen.