31. Okt. 2016
20:28

Anti-Boykott-Shopping

Einkaufen gegen BDS
© S. Brandes

Ich mag Ikea und habe auch kein Problem damit, mein Haus im schwedischen Einheitslook einzurichten. Gepaart mit einigen Flohmarkt- oder Sperrmüllstücken, wird jedes Billy-Regal zum Hingucker. Außerdem finde ich es wahnsinnig praktisch, dass ich in einem einzigen Laden vom Sofa über den Mülleimer bis hin zu den Servietten alles bekomme. Dennoch verkneife ich mir die Besuche immer öfter.

Das hat aber nichts mit meiner Einstellung zu der schwedischen Möbelhauskette oder deren Produkten zu tun (die durchaus positiv ist). Sondern damit, dass ich neuerdings beim Einkaufen gern Anti-Boykott-Shoppen gehe. Denn der Boykott israelischer Produkte durch Künstler, Akademiker oder ganze Supermarktketten ist mir schon immer übel aufgestoßen. Dass ich mehr dagegen tun kann, als Artikel zu schreiben und so viele Menschen wie möglich über die Absurdität von BDS aufzuklären, wurde mir klar, als unser altes Sofa zerbrach.

Der Mittelträger war gebrochen, zu reparieren gab es nichts mehr. Da mein Liebster kein Fan langer Spaziergänge durch Möbelhäuser ist, schaute ich im Internet, was uns gefallen könnte. Ich fand eine israelische Firma, die genau die Sofas herstellt, die wir uns vorgestellt hatten. Also fuhren wir in ihren Laden und kauften ein.

Das Wochenende darauf machten wir ein paar Tage Urlaub in der Negevwüste. Die karge Region im Süden ist nicht gerade als Shoppingparadies Israels bekannt. Dennoch kamen wir mit einem voll beladenen Auto wieder nach Hause. Auf einem Beduinenmarkt waren wir völlig überraschend über zwei Teppiche gestolpert, die hervorragend zum neuen Sofa passen. Diese ärmste Bevölkerungsgruppe des Landes durch unsere Käufe zu unterstützen, ließ die Teppiche noch einmal so schön wirken.

Ich habe schon immer gern israelische Produkte gekauft. Doch die ganze Bandbreite der positiven Nebeneffekte – die Wirtschaft und die Menschen zu stärken sowie gleichzeitig ganz praktisch etwas gegen BDS zu unternehmen – war mir so bislang nicht bewusst. Jetzt ist es das aber. Daher habe ich beschlossen, dass es an der Zeit ist, neues Geschirr anzuschaffen. Ich kenne da diesen netten Verkäufer in der Altstadt von Jerusalem, der wunderschöne Ware und gute Preise hat. Nächste Woche fahren wir hin!

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