28. Apr. 2016
13:22

Ruf mal an!

Wunderwaffe gegen Vorurteile: Reden über Land und Leute
© Thinkstock

Ich war noch nie in Schweden. Aber letzte Woche dann doch. Ich saß auf einem Balkon und plauderte mit Ole aus Stockholm. Zugegeben, es war mein Balkon, und Ole traf ich nur am Telefon. Aber dennoch: Für eine halbe Stunde fühlte ich mich ein bisschen so, als sei ich wirklich dort.

Ich rief Ole (ohne zu wissen, dass es Ole sein würde) über die Telefonhotline »Meet a Swede« an. Einfach, weil ich es mag, mit Menschen aus Ländern zu reden, die ich noch nie besucht habe. Ich höre gern simple Geschichten aus dem normalen Leben, keine Tourismusschilderungen, keine Zeitungsartikel über Besonderes, sondern Alltägliches.

Die Telefonnummer nach Schweden ist im Rahmen einer Tourismuskampagne veröffentlicht worden, um 250 Jahre Abschaffung der Zensur zu feiern. Menschen aus der ganzen Welt können sich darüber mit Schweden unterhalten und fragen, was ihnen gerade so einfällt – ganz ohne Zensur wohlgemerkt. Die Schweden selbst sind dabei nicht vom Tourismusbüro ausgewählt, sondern melden sich einfach per App an, wenn sie mitmachen wollen. Es sind normale Leute, die Lust haben, etwas über ihr Land zu erzählen.

Ole und ich redeten über alles Mögliche: das schwedische Schulsystem, Kindererziehung, Alkohol, Preise ... Ich erfuhr viel. Doch ganz ehrlich, die Unterhaltung blieb nicht nur in Schweden. Wir kamen auch nach Israel, ich erzählte von den hohen Lebenshaltungskosten hierzulande, und Ole hatte manch andere Frage.

Und dabei wurde mir plötzlich klar: Telefonate zwischen ganz normalen Bürgern könnten die Wunderwaffe gegen das oft so verzerrte Bild Israels im Ausland sein. Leute aus aller Herren Länder rufen bei Herrn Levi oder Frau Cohen an, stellen ihnen Fragen oder klönen einfach zusammen.

Das Tourismusministerium hierzulande versucht sich regelmäßig in besonderen PR-Kampagnen, um Israel anzupreisen. Mal mit mehr, oft allerdings leider mit weniger Erfolg. »Hasbara« nennt sich diese Werbung fürs eigene Land. Ich bin überzeugt, eine Telefonhotline nach Israel wäre Hasbara der wirksamsten Art. Allen Menschen, die noch nie in Israel waren, kann ich deshalb nur empfehlen: Rufen Sie mal an!

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