27. Mär. 2015
16:35

Freiheit in Gefahr

Pessach ist eines meiner Lieblingsfeste. Natürlich wegen der feierlichen Atmosphäre, dem Geschmack den ersten Matzestückchen und dem klebrig-süßen Charosset dazwischen. Vor allem aber schätze ich den Gedanken, der über allem steht: Pessach ist das Fest der Freiheit.

Die Haggadah, die am festlichen Sederabend von Juden in der ganzen Welt gelesen wird, erzählt von dem Auszug der Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten. Wie sie dem unterdrückerischen Pharao entkamen und trotz aller Widrigkeiten am Ende als freies Volk in ihr eigenes Land zogen. Die Geschichte bewegt mich immer wieder. Schon in alter Zeit wurde die Selbstbestimmung als eines der höchsten Güter angesehen.

Doch die Freiheit ist in Gefahr. Mordende Horden drängen anderen ihre wirren Werte auf, ganze Völker werden mit dem Schwert in der Hand unterjocht. Alle Opposition wird niedergemetzelt. Die Terroristen von IS, El-Kaida, Boko Haram oder wie sie sich auch nennen mögen, glauben nicht an Freiheit. Vor allem nicht an die der anderen. Sie folgen nur ihrer eigenen perversen Weltsicht und zwingen sie anderen gnadenlos auf. Alles, was uns Menschen zu Menschen macht, wird von ihnen auf die grausamste Weise misachtet.

In Syrien hat vor Kurzem das fünfte Jahr des blutigen Bürgerkrieges begonnen. Mindestens 80 Prozent der Menschen sind dadurch in bittere Armut gestürzt, die Hälfte der 20-Millionen-Bevölkerung ist obdachlos oder zu Flüchtlingen geworden. Mehr als 200.000 Männer, Frauen und Kinder wurden getötet, die überwiegende Zahl Zivilisten. Und nun richten islamistische Terroristen von IS und El-Kaida das totale Chaos in dem gebeutelten Land an. Von Freiheit kann hier keine Rede sein.

Die Terroristen wollen ihre Macht ausweiten. Sie werden sie nicht auf den fernen Irak, auf Syrien oder Afghanistan beschränken, sondern sie nach Europa und in die USA tragen, zu alljenen, die die Freiheit lieben. Die ganze Welt soll nach ihrem gestörten Bild geformt werden. Terrorismus ist die Antithese zu Rosa Luxemburgs Worten: „Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden“.

Deshalb ist der heute der Gedanke der Haggadah brandaktuell. Und wie die Juden in alter Zeit, so darf die freie Welt auch jetzt nicht aufgeben, sondern muss sich zusammentun und die beschränkenden Fesseln des Terrors zerstören. Dabei geht es nicht nur um persönlichen Spielraum oder die Unabhängigkeit eines Landes. Es geht um freie Entfaltungsmöglichkeiten für alle Menschen: in Israel oder den palästinensischen Gebieten, in Syrien oder im Irak, in Deutschland, Amerika oder wo auch immer sie leben mögen und die Freiheit lieben.

© Flash 90

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