Leipzig
Ausgebildet in Deutschland
Zwei junge orthodoxe Rabbiner erhalten ihre Smicha
02.09.2010 – von Heide Sobotka
Demokratie Ministerpräsident Stanislaw Tillich erinnert an die große jüdische Gemeinde, die es vor der Schoa in dieser Stadt gab. Die Rabbiner-Ordination sei eine Ehre für den Freistaat und stelle wie auch die Eröffnung des Ariowitsch-Begegnungszentrums 2009 die Renaissance jüdischen Lebens in Sachsen unter Beweis. Den Feinden des offenen und toleranten Miteinanders entgegnet Tillich: »Die Würde des Menschen ist unantastbar. Und ich füge hinzu: Die Demokratie ist wehrhaft.« Er sehe daher den Auftrag aller Demokraten, die Selbstverständlichkeit auch jüdischen Lebens in Deutschland zu verteidigen.
Mit Verve beantwortet Rabbiner Ehrentreu die Frage, ob man sich hätte vorstellen können, dass hier wieder jüdisches Leben einzieht, mit: Ja! »Denn die Physis einer Torarolle habe man vielleicht im Holocaust oder durch antisemitische Angriffe vernichten können, doch niemals ihren Geist, ihre Spiritualität.« So ist für ihn die Ordination seiner Studenten und das Aufleben jüdischen Lebens nur ein weiteres aktuelles beredtes Zeichen ihrer Kraft.
»Joreh, joreh keDat schel Tora«, lauten die wichtigsten Worte, die die beiden jungen Rabbiner schwarz auf weiß geschrieben in den Händen halten. »Er wird entsprechend der Tora richten«, ist das Zeugnis, das Rabbiner Chanoch ausstellt. Für sie sei gesorgt worden, sagt Shlomo Afanasev. »Wir sind aus demselben Holz geschnitzt wie die Mitglieder unserer jüdischen Gemeinden«, betont der junge Rabbiner. Mit der Arbeit in der Gemeinde wollen sie dankbar zurückgeben, was ihnen das Studiun an Möglichkeiten eröffnet hat.
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