Planung
Vierte Reihe links
Manch einer sichert sich schon jetzt seinen Sitzplatz für die Hohen Feiertage
29.07.2010 – von Lukas Dreifuss
Einbußen durch die Wirtschaftskrise hatte die Gemeinde laut Warscher nicht zu verbuchen. »Die hatte keinen Einfluss auf den Verkauf von Synagogenplätzen«, sagt Warscher. Die Preise seien auch seit vielen Jahren gleich geblieben. Bei den Frauen kosten die besten Plätze, diejenigen ganz vorne, 26 Euro, die günstigsten ganz hinten kosten 13 Euro pro Jahr. Bei den Männern sind die Sitzgelegenheiten für 39, 26 und 11 Euro pro Jahr zu haben. Nicht alle Gemeinden verkaufen ihre Sitzplätze. Unter anderem die Jüdische Gemeinde Schwerin verzichtet darauf. Dort sind die Beter, die jeden Schabbat in die Synagoge kommen, auch an den Feiertagen die ersten im Gotteshaus und können dadurch auf ihren angestammten Sitzen Platz nehmen. Für alle anderen gibt es genügend Sitzmöglichkeiten.
Keine Nachfrage Auch die Jüdische Gemeinde zu Dresden verkauft keine Synagogenplätze, weil dafür gar keine Nachfrage besteht. »Unsere Synagoge ist groß genug und bietet 350 Betenden Raum«, sagt Nora Goldenbogen, die Vorsitzende der Dresdner Gemeinde. »Nur wenn wir öffentlich zugängliche Gottesdienste durchführen, gibt es Platzprobleme.« Auch wenn das neue Jahr süß und erfolgreich ist und in der Brieftasche genug Euros für einen Synagogenplatz stecken, kann man in Köln nicht jeden Platz erwerben: Ein Sitz ist exklusiv für den israelischen Botschafter und drei weitere für Botschaftsangehörige reserviert – natürlich in der ersten Reihe.
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