Ehrung

Der Rabbi und der Dirigent

Kurt Masur erhält die Leo-Baeck-Medaille

22.07.2010

Auf facebook teilen Auf twitter teilen Auf google+ teilen per E-Mail schicken

Kurt Masur erhält die diesjährige Leo-Baeck-Medaille für deutsch-jüdische Verständigung. Der 82-Jährige war von 1970 bis 1997 Kapellmeister des Leipziger Gewandhausorchesters, später elf Jahre lang Chefdirigent der New Yorker Philharmoniker. Er ist auch Ehrengastdirigent beim Israel Philharmonic Orchestra. Über die Reihen der Musikfreunde hinaus bekannt wurde Masur im Wendeherbst 1989. Zusammen mit fünf weiteren prominenten Leipzigern appellierte er an Sicherheitsbehörden und Demonstranten, bei der großen Montagskundgebung am 9. Oktober keine Gewalt anzuwenden. Dieser Appell trug mit dazu bei, dass das befürchtete Blutbad ausblieb. Nach der Wende engagierte sich der Dirigent mit der von ihm 1991 gegründeten Internationalen Mendelssohn-Stiftung für die Rettung der letzten Wohn- und Wirkungsstätte des Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy in Leipzig.

festakt Die Leo-Baeck-Medaille (nicht zu verwechseln mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden in Deutschland) wird seit 1978 alljährlich an Politiker, Künstler, Wissenschaftler und Wirtschaftsvertreter verliehen, die sich um die deutsch-jüdische Verständigung verdient gemacht haben. Zu den bisherigen Trägern der Auszeichnung zählen der Verleger Axel Springer, der frühere Bundespräsident Johannes Rau, der Historiker Fritz Stern und im vergangenen Jahr Ex-Bundesaußenminister Joschka Fischer. Verliehen wird die Ehrung vom Leo-Baeck-Institut in New York. Die 1955 gegründete Einrichtung widmet sich der wissenschaftlichen Erforschung von Geschichte und Kultur des deutschsprachigen Judentums. Benannt ist es nach Rabbiner Leo Baeck (1873-1956), dem Berliner Reformrabbiner, der nach 1933 als Präsident der Reichsvertretung der deutschen Juden versuchte, gegenüber den Nazis die Interessen der verfolgten jüdischen Minderheit zu vertreten. Emigrationsangebote lehnte Baeck ab. 1943 wurde er nach Theresienstadt deportiert und übersiedelte nach der Befreiung nach London.

Kurt Masur wird die Leo-Baeck-Medaille am 9. November bei einem Festakt im New Yorker Waldorf-Astoria-Hotel entgegennehmen. Präsentiert wird sie dem Preisträger von Alan Gilbert, dem musikalischen Direktor der New York Philharmonic. Die Eingangsrede halten wird der deutsche Kulturstaatsminister Bernd Neumann. ja

Auf facebook teilen Auf twitter teilen Auf google+ teilen per E-Mail schicken

Fotostrecken

Unser Blog aus Israel

Jubiläum

70 Jahre Jüdische Allgemeine – zum Dossier

70 Jahre
Jüdische Allgemeine

Zum Dossier

BDS

BDS-Bewegung – zum Dossier

Boycott Divestment Sanctions

Zum Dossier

Wahlen USA

Amerika im Wahlfieber – zum Dossier

8. November 2016

Zum Dossier

Wieso Weshalb Warum

Religiöse Bräuche und Begriffe

mehr…

Sprachgeschichte(n)

Über die Herkunft gängiger Wörter wie Pleite, Knast und Polente

mehr…

Anzeige

Gottesdienste

Gottesdienste in den Jüdischen Gemeinden

Glossar

Glossar

Gemeinden

Juedische Gemeinden

Service

Service

Wetter

Wetter - Sommer
Berlin
23°C
wolkig
Frankfurt
27°C
heiter
Tel Aviv
28°C
heiter
New York
29°C
heiter
Zitat der Woche
»Auschwitz-Birkenau kann eine große Botschaft geben.«
Kurienkardinal Kurt Koch vergleicht im »L’Osservatore Romano« die
Situation von syrischen Flüchtlingen mit der von Juden im NS-Regime.