Interview
»Unsere Haltung ist hinreichend bekannt«
Michael Joachim über Israel, Religion, Öffentlichkeit und die Repräsentantenversammlung
01.07.2010 – von Detlef David Kauschke
Ebenfalls blieb die Gemeinde einer anderen Kundgebung, der Lag-Baomer-Parade, fern. Es sei nicht ihre Gepflogenheit, jüdische Feste demonstrativ zu begehen, hieß es in einer öffentlichen Mitteilung. War das die Mehrheitsmeinung in der RV?
Die Gemeinde wurde von Chabad Lubawitsch relativ kurzfristig angefragt, ob sie als Mitveranstalter auftreten wolle. Dabei wurde uns bereits das fertige Programm vorgelegt, ohne dass wir die Möglichkeit gehabt hätten, darauf Einfluss zu nehmen. Das ist ein seltsames Gebaren, dass wir von Chabad schon kennen. Daraufhin hat der Vorstand, nicht die RV, entschieden, nicht als offizieller Partner mitzumachen. Aber es gab genügend Mitglieder der Gemeinde und der RV, die daran teilgenommen haben.
Die RV ist laut Satzung das Gremium, das die Richtlinien bestimmt, nach der die Gemeinde zu führen ist. Gehört das öffentliche Eintreten für Israel und die jüdische Religion dazu?
Es gibt dafür keine schriftlich fixierten Richtlinien. Doch gehört das öffentliche Eintreten für Israel und das eindeutige Bekenntnis zur jüdischen Religion unstrittig zu den tragenden Säulen unserer Gemeindepolitik. Daran kann es keinen Zweifel geben.
Mit dem Vorsitzenden der Repräsentantenversammlung sprach Detlef David Kauschke.
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