Verbindung
Beter im Netz
Wie Synagogen über Gottesdienste, Simches und mehr informieren
01.07.2010 – von Gerald Beyrodt
Wer bringt einen Salat mit zum Kiddusch? Wann beginnt der Gottesdienst? Welcher Kantor übernimmt die Urlaubsvertretung? Fragen wie diese lassen sich meist per Mausklick klären: Viele Berliner Synagogen unterhalten eigene Webseiten. Das ist nicht selbstverständlich, denn auch die Gemeinde unterhält ein Internetangebot. Dort sind Zeiten der Gottesdienste ebenso zu finden wie Adressen und Informationen zum Thema Kultus. Zudem verschickt die Gemeinde die Zeitschrift »jüdisches berlin« an ihre Mitglieder, in der über die Gottesdienste informiert wird. Allerdings sind die Informationen auf den Synaogen-Webseiten oft ausführlicher und aktueller, denn sie stammen von den Organisatoren selbst. »Synagogen, die keine eigene Website unterhalten wollen, können mit einfachen technischen Mitteln aktuelle Informationen auf unsere Website einstellen«, sagt Maya Zehden, Pressesprecherin der Jüdischen Gemeinde zu Berlin.
Mit eigenen Seiten präsentieren sich die Betergemeinschaften von Pestalozzistraße (www.synagoge-pestalozzistrasse.de) und Hüttenweg (www.sukkat-schalom.de), von Oranien-
burger Straße (www.or-synagoge.de) und der Rykestraße (www.synagoge-rykestrasse.de) im Netz. Die Synagoge Joachimstaler Straße unterhält zwar keine eigene Seite, versorgt ihre Beter aber per Newsletter kurz vor dem Schabbat mit Informationen zu Gottesdienstzeiten, Zeiten fürs Kerzenzünden und erbaulichen Betrachtungen. Fast von selbst versteht sich, dass Synagogen eigene Seiten ins Netz stellen, die nicht zur Einheitsgemeinde gehören: so die Betergemeinschaft Lev Tov (www.lev-tov.org), Chabad Lubawitsch (www.chabadberlin.de) und die Lauder-Stiftung (www.lauderyeshurun.de).
Mail »Beinahe wichtiger als unsere Website ist unser E-Mail-Verteiler«, sagt Gesa Ederberg, Rabbinerin der Synagoge Oranienburger Straße. Der dient nicht nur als Informationsmedium, sondern auch zur Verständigung bei offenen Fragen. Rabbinerin Ederberg hat die ständigen Beter zum Beispiel per E-Mail gebeten, ihre jüdischen Namen an die Synagoge zu mailen. Der Rücklauf kam prompt. So müssen die Gabbaim vor dem nächsten Toraaufruf nicht erst fragen: »Wie heißt du?« Die Synagoge unterhält zudem eigene E-Mail-Verteiler für Bar- und Batmizwa-Kandidaten, für Menschen im Konversionsprozess, für das Team aus Gabbaim, Rabbinerin, Kantorin und Sekretärin. Kinder, die noch keine hebräischen Buchstaben beherrschen, lernen sie übers Internet und können mit Audiodateien ihre Aussprache überprüfen. »Das Internet gilt nicht mehr als besonders schick«, sagt Rabbinerin Ederberg. »Aber auf Internetangebote zu verzichten, wäre ein Nachteil.« Regelmäßg nehmen Beter der Synagoge an Internetkursen zum Thema Schabbat der Jewish-Legacy-Foundation teil. Mit dem Computer verfolgen sie Powerpointpräsentionen, per Telefon hören sie gleichzeitig den Vortrag. Zwischenfragen lassen sich bequem über eine Chatfunktion stellen.Wie in jedem guten Klassenzimmer kann man auch mit dem Nachbarn quatschen: Die Privat-Chat-Funktion macht es möglich.
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