Flottille
Was nach Gaza kommt
Weitere Schiffe sollen folgen. Die Lage bleibt angespannt
10.06.2010 – von Pierre Heumann
Innenpolitik Auswirkungen hat die Affäre auch auf die Lage in Israel. Den prominenten israelischen Arabern, die sich auf der Gaza-Flottille befanden, wirft man Verrat vor. Die Tatsache, dass zum Beispiel Raed Salah, der Chef der islamischen Bewegung aus Um el Fahm, an Bord war, zeige die engen Beziehungen des arabischen Israelis zur radikalen Bewegung, heißt es in Jerusalem. Unterdessen hat Generalstabschef Gabi Aschkenasi ein Team um den General a.D. Giora Eiland damit beauftragt, bis Juli in einem Bericht die Fehler und Lehren der Kommandoaktion festzuhalten. Die Ergebnisse der Untersuchung könnten für die führenden Kabinettsmitglieder unangenehm sein: Wenn Premier Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Ehud Barak mit dem Vorwurf konfrontiert werden würden, den Einsatz ohne gründliche Vorbereitung befohlen zu haben, namentlich ohne genügend präzise Geheimdienstinformationen über die militanten Mitglieder auf der Flottille. Israel besteht bislang darauf, die Untersuchung intern durchzuführen. Washington indes besteht auf internationale Klärung des Vorfalls.
Israel scheint auf den Druck zu reagieren. Der britische Telegraph meldete, dass Jerusalem bereit sei, die Landblockade zu lockern, Ägypten hat bereits seinerseits den Grenzübergang Rafah zu dem von der islamistischen Hamas regierten Küstenstreifen geöffnet.
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