50 Jahre Pille

Die Chemie stimmt

George Rosenkranz ist der unbekannte Vater der hormonellen Verhütung

12.05.2010 – von Elke WittichElke Wittich


Bridge hatte der Wissenschaftler schon als Kind aus einem der Standardwerke gelernt. »Ich habe meine Eltern immer in Spielen um Taschengeld geschlagen«, sagtte er in einem seiner raren Interviews. Er beließ es später nicht nur beim Spielen: Der von ihm gestiftete Rosenkranz-Award belohnt die »Best Bid Hand of the Year«, darüber hinaus betätigte sich Rosenkranz auch als Autor: Bisher sind von ihm 14 Fachbücher zum Thema Bridge erschienen.

Lösegeld Das von ihm so sehr geliebte Kartenspiel bescherte George Rosenkranz allerdings auch zwei furchtbare Tage: Am 19. Juli 1984 wurde seine Frau, während sie mit ihm in Washington ein Bridge-Turnier besuchte, in einer Hotelgarage von drei bewaffneten Männern entführt. 48 Stunden später wurde Edith nach Zahlung von einer Million Dollar Lösegeld wohlbehalten freigelassen. Dass ihre Kidnapper schnell gefasst wurden, änderte nichts am erlittenen Schock, der Rosenkranz’ Öffentlichkeitsscheu noch verstärkte. Schließlich hatte er immer betont: »Mein Lieblingspartner beim Bridge ist meine Frau, sie ist das Schönste, was mir in meinem Leben je passiert ist.«

Gemeinsam den Ruhestand zu genießen, kam allerdings im Lebensplan nie vor. Er werde sich niemals zur Ruhe setzen, hatte Rosenkranz immer betont, sondern lieber zur Entwicklung der Genforschung und damit zur Heilung von Krankheiten beitragen. Noch vor einigen Jahren besuchte er zweimal täglich ein Fitnessstudio, »und außerdem trainiere ich mein Gehirn wie einen Muskel, denn intellektuelle Anstrengungen können den Ausbruch von Alzheimer um zehn Jahre verzögern.«

Es gibt schließlich noch so viel zu tun: Ende März wurde erstmals der mit 100.000 Dollar dotierte Dr.-George-Rosenkranz-Preis verliehen, der die Gesundheitsvorsorge in Entwicklungsländern fördern soll. Preisträger Eran Bendavid wird nun zwei Jahre lang untersuchen, welchen Effekt die Vorsorgeprogramme der US-Regierung gegen Malaria und Aids in der Subsahara haben.



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