Entschädigung
Nur ein Zwischenhalt
Opferverbände streiten mit der Bahn AG
06.05.2010 – von Martin Krauss
und Katrin Richter
bahnchef Derzeit überwiegt bei den Politikern die Überraschung über die Bahn. Winfried Hermann wundert sich, »dass wir dieses Problem jetzt wieder haben, weil der neue Bahnchef, Rüdiger Grube, doch bisher gezeigt hat, dass er mit dem Thema anders und besser umgeht als sein Vorgänger«. Die Verkehrspolitiker aller fünf Bundestagsfraktionen hatten sich in der Vergangenheit schon oft für den »Zug der Erinnerung« stark gemacht: Die Bahn solle die lobenswerte Initiative nicht länger blockieren und endlich damit aufhören, von ihr Geld für Trassen- und Stationsnutzung zu verlangen. »Aber wir können kaum einwirken«, gibt Patrick Döring zu und verweist auf die Organisationsprivatisierung 1994, durch die der Bund zwar Eigentümer des Unternehmens blieb, aber weitgehend auf Einfluss verzichtete. Das Schienennetz wird noch von der Bundesnetzagentur verwaltet. An die hatte sich deshalb auch die Initiative »Zug der Erinnerung« gewandt, um Spandau und Grunewald anfahren zu dürfen. Die Bahn jedoch sagte ein vereinbartes Treffen ab, es fehle dafür »jegliche Grundlage«.
drehverbot Nun darf der »Zug der Erinnerung« zwar in Grunewald Halt machen. Aber ob die Ausstellung dort vom 8. bis 20. Mai zu sehen sein wird, ist unklar. »Wir haben noch keine Informationen«, sagt Minow. Stattdessen habe die Bahn einem TV-Sender verboten, auf dem Mahnmalgelände Interviews zu führen. Die bestreitet das. Die Auseinandersetzung geht wohl in eine nächste Runde.
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