Österreich

Ein Münchner in Wien

Seit fast einem Jahr amtiert Rabbiner Schlomo Hofmeister an der Donau

18.03.2010 – von Alexia WeissAlexia Weiss


Chlomo Hofmeister wurde in München geboren. Er lernte an verschiedenen Jeschiwot in England und Israel, studierte Sozialwissenschaften, Geschichte und Politik an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität sowie der University of British Columbia. Sein Studium an der London School of Economics schloss er 2002 mit dem Master ab.

Dann setzte er seine Rabbinatsstudien in Jerusalem fort, unter anderem am Rabbinerseminar Toras Schlomo von HaGaon HaRav Mosche Halberstamm sel. A., wo er mehrere Smichot erhielt, unter anderem von Rabbiner Awrohom Kopschitz und Rabbiner Mosche Sternbuch, dem Vorsitzenden des orthodoxen Rabbinatsgerichts von Jerusalem. Vor der Übersiedlung nach Wien war er leitender Direktor des Psalmenmuseums in Jerusalem.

Unterschiede Auch wenn Wien und München nicht weit voneinander entfernt liegen – der neue Gemeinderabbiner ortet durchaus Unterschiede zwischen dem Leben als Jude in Deutschland und dem Leben als Jude in Österreich. »In Deutschland gibt es eine relativ offene, tolerante und sich mit ihrer eigenen Geschichte konfrontierende nichtjüdische Gesellschaft, wodurch das jüdische Leben einen besonderen Stellenwert erhält. In Österreich ist das gesellschaftliche Geschichtsbewusstsein nur rudimentär vorhanden – und dennoch gibt es ein blühendes jüdisches Leben, sowohl religiös als auch kulturell.«

Das, was dem jungen Rabbiner in Wien, wenn er sichtbar als Jude unterwegs ist, immer wieder passiert, wäre in Deutschland allerdings undenkbar, sagt er. »Auf der Straße werde ich regelmäßig beschimpft, vor allem abends in der Seitenstettengasse in der Nähe des Stadttempels. Da gibt es auf Grund der Lokale auch immer wieder Betrunkene, die dann pöbeln.« Im September sei sogar eine Gruppe von Neonazis unterwegs gewesen, die Fahnen schwenkten und »Heil Hitler« riefen. Wie er dann reagiere? »Ich lasse es zu keiner Konfrontation kommen und gehe einfach weiter.« Das pulsierende Gemeindeleben bietet hier einen Kontrapunkt – und lässt auch den einjährigen Sohn Josef Zwi in einem aktiven jüdischen Umfeld aufwachsen.



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