Kino

Leben und Sterben in Jaffa

Mit den Regisseuren von »Ajami« an den Drehorten ihres Films

11.03.2010 – von Jörg TaszmanJörg Taszman


Amerika ruft Erstaunlicherweise hat Ajami dann Palästinenser und Israelis, Araber und Juden emotional einander nähergebracht, berichtet Copti: »Israelische Zuschauer saßen in diesem Film und weinten mit einer palästinensischen Mutter, die auf ihren Sohn wartet, der erst mitten in der Nacht nach Hause kommt. Sie identifizierten sich mit ihr. Umgekehrt weinten auch Palästinenser, wenn ein Israeli seinen toten Bruder sucht. So kann man die Konflikte wieder humanisieren. Dann sage ich mir: Ich habe es geschafft.« Wir sitzen inzwischen in Jerusalem, im Studio von CNN. Yaron Shani ist dazugekommen. Die beiden Regisseure stehen kurz vor einer USA-Reise, um ihren Film in amerikanischen Städten zu präsentieren.

Shani ist nicht so optimistisch wie sein Kollege. »Wir leben immer noch wie in Clanstrukturen«, sagt er. »Wenn einer aus dem Clan bedroht wird, dann entmenschlichen wir den Gegner. Er wird zu einem Unmenschen und darf vernichtet werden. Geschieht das in einem Krieg, verlierst du die Hoffnung und glaubst nicht mehr an einen Dialog.« Auch deshalb hat Shani den Film gedreht: »Ich möchte den Preis zeigen, den man für Konflikte zahlt, bei denen Menschen zu Schaden kommen.«



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