Internet
E-Mail für Oma
Senioren, Gemeinden, Wohlfahrtsverbände – keiner kann mehr ohne
11.03.2010 – von Elke Wittich
Wenn die Skepsis verflogen ist, wird es voller Begeisterung genutzt.« Entsprechend rege wird das hauseigene Internetcafé von den Bewohnern mittlerweile genutzt. Allein muss sich dabei niemand ins WWW wagen: Mitarbeiter schulen die Bewohner, die sich für das Internet interessieren, so dass diese dann in der Lage sind, selbstständig durch das Web zu surfen. »Wir stellen alles zur Verfügung, was es so gibt, von der E-Mail bis hin zur Videokonferenz.«
Verbindend Via Skype und Chats Kontakt zu im Ausland oder auch nur in anderen Städten lebenden Familienmitgliedern halten zu können, ist für ältere Menschen eine Bereicherung des Alltags, hat Friedmann beobachtet. Die Enkel in Israel oder in den USA seien doch ohnehin ständig online. »Sich mit ihnen via Internet zwischendurch rasch austauschen zu können statt auf Anrufe warten zu müssen, ist ein echter Zugewinn, auch, weil man dann den Mitbewohnern wieder etwas zu erzählen hat.« Und man hilft sich gegenseitig, diejenigen, die den Umgang mit dem Netz schon gelernt haben, zeigen Neulingen, wie es geht. »Auch das sorgt für Abwechslung, Gesprächsstoff und Kontakt«, freut sich Heimleiter Friedmann.
Spielchen Die »Silver Surfer«, wie internetaffine Senioren in den USA genannt werden, nutzen das Internet nicht nur zur Kommunikation, sondern so wie die jüngeren User auch: Man freut sich darüber, russische und israelische Zeitungen im Internet lesen zu können. »Einige haben ausprobiert, via Internet ausländische Fernsehprogramme zu gucken.« Und auch Casual Games, kleine Spielchen, die man ohne lästige Anmeldungsformalitäten spielen kann, werden genutzt. »Backgammon ist recht beliebt.« Stolz erzählt man von neuen Highscores. »Gerade für Senioren ist es ganz wichtig, wenn sie zeigen können, dass sie mit den Jüngeren mithalten können.«
Aber natürlich sei das Internet auch aus der alltäglichen Arbeit von Pflegekräften und Verwaltungspersonal nicht mehr wegzudenken, sagt Friedmann und macht eine einfache Rechnung auf: »Bewerbungen via E-Mail sind mittlerweile alltäglich geworden. Das spart nicht nur Porto: Eine Bewerbungsmappe per Post zurückzuschicken, kostet zwei Euro 10, wenn man nur 100 Bewerbungen im Jahr bekommt, summieren sich diese Ausgaben schon auf eine stattliche Summe, die man nun für sinnvollere Zwecke verwenden kann.«
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